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Der neue Mann hinter dem Tanztheater: Dirk Hesse

Der neue Mann hinter dem Tanztheater: Dirk Hesse

Dirk Hesse wird das Tanztheater als Nachfolger von Cornelia Albrecht kaufmännisch führen. Für den gebürtigen Wuppertaler ist das wie eine Heimkehr.

Wuppertal. Dirk Hesse freut sich, gar keine Frage. "Wenn man das Angebot bekommt, für das Tanztheater Wuppertal zu arbeiten, ist das eine Ehre." Und zwar eine, die der 52-Jährige gerne annimmt. Wie die WZ am Dienstag meldete, übernimmt Hesse die kaufmännische Geschäftsführung der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH und wird damit Nachfolger von Cornelia Albrecht, die Wuppertal auf eigenen Wunsch verlässt.

Für Hesse schließt sich ein Kreis, denn der gebürtige Elberfelder kehrt nun nicht nur in seine Heimatstadt, sondern auch an eine ehemalige Wirkungsstätte zurück: Die Arbeit von Pina Bausch (1940-2009) ist ihm alles andere als fremd. Zwei Mal hat er mit ihr zusammengearbeitet: Von 1987 bis 1988 war er als Aufnahmeleiter bei den Dreharbeiten zum Film "Die Klage der Kaiserin" im Einsatz, 2004 war er für die Finanzen des "Internationalen Tanzfestivals 2004 - 3 Wochen mit Pina Bausch" zuständig.

Zuletzt hatte er sich acht Jahre lang als Geschäftsführer des internationalen Tanzzentrums Pact Zollverein in Essen engagiert, bevor er sich als Kulturmanager selbstständig machte. "Nach acht Jahren dachte ich: Ich brauche eine kleine Pause", sagt er heute.

Die Neuorientierung und das Durchatmen brachten den Vielreisenden der Heimat ein Stück näher: Seit Jahresbeginn gehört Hesse zum kleinen Team der Pina Bausch Stiftung. "Dadurch war ich im Herbst auch mit dem Ensemble auf Gastspiel-Reise in New York", erzählt er. Überraschend jung sei das Publikum gewesen. "Und sehr enthusiastisch. ,Vollmond’ wurde richtig gefeiert. Das war ein sehr bewegendes Erlebnis. Jetzt dazuzugehören und helfen zu können, dass es weitergeht, ist eine tolle Aufgabe."

Wie geht es denn nun weiter? Zu seinen Zielen im neuen Amt könne er noch nichts sagen:. "Ich werde als erstes intensive Gespräche mit Dominique Mercy und Robert Sturm führen." Wer aber mit Hesse über das weltweit gefeierte Ensemble spricht, spürt schnell, dass der Neue nicht nur weiß, wovon er redet, sondern auch mit Begeisterung nach vorn schaut. Seit den 80er Jahren ist er regelmäßig Gast des Tanztheaters. "Freunde haben mich in eine Vorstellung mitgenommen, ich war sofort fasziniert. Durch Pina bin ich zum Tanz gekommen."

"Two Cigarettes in the Dark" war das erste Stück, das er gesehen hat. "Allein während der Arbeiten am Film habe ich die Choreographie rund 13 Mal gesehen. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich mittanzen kann." Derzeit wohnt Hesse noch in Mülheim. "Aber ich habe viele Freunde hier - sogar noch aus der Schulzeit. Und ich habe eine emotionale Beziehung zu Wuppertal." Tatsache ist aber auch: "Mein Vertrag läuft erst einmal bis zum 31. Juli 2011. Danach schauen wir weiter."

Sollte der Vertrag verlängert werden, möchte er nach Wuppertal ziehen. Dort hat alles angefangen. Ein Lieblingsstück hat er aber nicht - allein aus diesem Grund: "Es gibt keine Produktion, von der ich nicht begeistert bin. Jedes Stück von Pina Bausch berührt anders, aber jedes berührt."