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Kultur in Wuppertal: Der Mensch steht im Fokus

Kultur in Wuppertal : Der Mensch steht im Fokus

Milton Camilo stellt in der Galerie Ryżek Wort und Bild im Luisenviertel expressive Werke aus.

Außer als Tänzer und Choreograph ist Milton Camilo auch als Maler präsent – doch bislang nicht im Luisenviertel. Mit seiner aktuellen Ausstellung „Alma Acariciada“ („Gestreichelte Seele“) ist das nun anders: In der Galerie Ryżek Wort und Bild präsentiert der Künstler seine Bilder im Quartier.

Camilos Malerei – er stammt aus Brasilien – ist expressiv und stellt oft einen Menschen in den Fokus. Unverwechselbar ist eine Reihe von Porträts, in der inzwischen einiges dazu gekommen ist: Der Großteil zeigt je eine Person, die in einen assoziativen Kontext gebettet ist. In starken, auch nicht realistischen Farben: Frei gestaltet nicht zuletzt bei Körperform und Farbwahl. So gibt es auch einmal einen Jungen mit feuerrotem Kopf zu sehen.

Stets gilt dabei: Es sind immer reale Personen, die der Künstler persönlich kennt oder kennen gelernt hat. Für jede davon entwickelt er Panoramen, die einen Ausschnitt ihrer ureigenen Individualität einfangen. Besagten Jungen umgab er für das Bild mit zahllosen flatternden Schmetterlingen.

Männer waren zuvor noch nicht Teil seiner Porträts. „Frauen und auch Kinder habe ich lieber gemalt“, blickt Camilo zurück, „es fiel mir leichter“. Bei Ryżek nun ist das Porträt eines befreundeten Mannes zu sehen, und auffällig ist schon: Als einziges ist dieses Bild dreigeteilt. Die Figur selbst verteilt sich auf den linken und den mittleren Teil, rechts hingegen dominieren wieder individuelle Attribute – Wasser und sich rankende Pflanzen.

Typisches, wie auch Weiterentwicklungen in Camilos Schaffen, lassen sich also nun mitten im Luisenviertel besichtigen.

Was Camilos Malen und seinen Tanz verbindet, womöglich auch ihn als Person, ist vielleicht die Inszenierung. Er erzählt, eine Zeit lang habe er ein bewusst auffälliges, extravagantes Äußeres kultiviert. In seiner Jugend habe er sich so gegenüber Menschen aus anderen, reicheren Kreisen behauptet. „Das war wie ein Spiel.“ Nun seine Kunst: Tänzerische Performances setzen Bewegung und Emotionen in Szene; Camilos Bilder finden zum Szenischen über besagte individuelle Attribute. Nun also auch im Luisenviertel. Die Ausstellung „Alma Acariciada“ ist an der Obergrünewalder Straße 13 noch bis zum bis 19. März zu sehen.