Der Kulturfonds wird Bergisch

Der Kulturfonds wird Bergisch

Das Wuppertaler Erfolgsprojekt zur Förderung junger Künstler wird auf die Szene in Remscheid ausgeweitet.

Wuppertal. Der Kulturfonds geht in die fünfte Runde — und wird 2015 erstmals auf die freie Kulturszene in Remscheid ausgeweitet. In der Nachbarstadt will man an der Erfolgsgeschichte einer unabhängigen Förderung für die freie Kulturszene teilhaben. Im Bergischen Kulturfonds soll es zunächst aber getrennte Kassen geben.

Rund 30 000 Euro werden seit 2011 pro Jahr von privaten Sponsoren in den Wuppertaler Kulturfonds eingezahlt. Die größten Einzahler sind die Firma Knipex mit 20 000 Euro und die EDE-Kulturstiftung mit 5000 Euro. Junge Kulturschaffende können Projekte beim Kulturfonds anmelden und Fördermittel beantragen. Eine unabhängige Jury wählt förderungswürdige Projekte aus.

„Die Spenden, die in Wuppertal gesammelt werden, bleiben in Wuppertal. Etwa ein Drittel der Bewerber wird einen positiven Bescheid erhalten“, sagt Monika Heigermoser vom Kulturbüro.

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hält die vereinbarte „Gütertrennung“ für richtig. „Lasst das Projekt wachsen“, sagt Mast-Weisz, der sich viel davon verspricht, die Strukturen des Wuppertaler Kulturfonds mit zu nutzen und von den Erfahrungen in der Begleitung der Künstler bei der Umsetzung ihrer Ideen zu profitieren.

Ein gutes Beispiel, wie Förderung funktionieren kann, liefert die Filmemacherin Kim Münster. Eine Anschubfinanzierung brachte den Dokumentarfilm der Wuppertalerin über Kinder von chinesischen Wanderarbeitern erst in Fahrt. Kim Münster berichtete, wie der ersten Förderung durch den Kulturfonds weitere folgten. Zuletzt sogar durch das legendäre Sundance Film-Festival, das einst von Robert Redford gestiftet wurde. „Ich hoffe, dass der Film bald in Wuppertal Premiere feiert. Einen Termin gibt es noch nicht“, sagt Kim Münster.

„Ich freue mich sehr, dass das Logo des Kulturfonds, das grüne Ei, inzwischen zu einem Gütesiegel geworden ist“, kommentiert Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung die Entwicklung.

Ralf Putsch, der als Geschäftsführender Gesellschafter von Knipex gestern Gastgeber war, erinnerte daran, dass der Cronenberger Werkzeughersteller schon seit 2007 eng mit dem Kulturbüro zusammenarbeitet.

Die Ausweitung des Wuppertaler Kulturfonds zum Bergischen Kulturfonds sieht Putsch als wünschenswerten Schritt zur stärkeren „Zusammenarbeit zwischen den bergischen Städten“.

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