„Der Gast“ sorgt für Trubel im Kammerspielchen

„Der Gast“ sorgt für Trubel im Kammerspielchen

Was passieren kann, wenn ein Essen mit dem neuen Chef ansteht, zeigt eine Komödie.

Wuppertal. Das neue Stück im Kammerspielchen spiegelt manche Horrorvorstellung: Gäste, die zu früh kommen, die Angst, sich mit unambitionierter Lebensweise zu blamieren, Arbeitslosigkeit ohne Chance auf ein Entkommen. Dabei verwendet Autor David Pharao in „Der Gast“ eher wenig Wortwitz, sondern lässt das Aufeinanderprallen von Kleinbürgern und Intellektuellen (oder solchen, die sich dafür halten) für sich sprechen.

Hans Stühling hat den Tonfall des einfachen Mannes, der für Modelleisenbahnen schwärmt und seiner Frau ordentlich die Meinung sagt, drauf. Er poltert, sinniert und turtelt mit seinem Katzenfisch. Drei Jahre lang ist er schon ohne Arbeit, doch jetzt lief beim Bewerbungsgespräch alles perfekt. Nur noch ein Abendessen gemeinsam mit dem Chef im trauten Heim, dann kann der Vertrag unterschrieben werden.

Bei Conny Buch als Ehefrau sitzt das Make-up etwas zu perfekt für diese naive Hausfrau, die alle Beschimpfungen ihres Mannes klaglos erträgt, zu selbstbewusst ist ihr Körper gestrafft. Dazwischen scharwenzelt der Nachbar Alexandre, der den beiden aus der Patsche helfen will, als sehr kurzfristig der erhoffte zukünftige Arbeitgeber zum Abendessen kommt.

Mit überheblichem Gesäusel und affektierten Gesten tänzelt Dirk Volpert als Alexandre durchs Zimmer, hängt Bilder um und kauft edlen Wein, um den Chef zu beeindrucken.

Regisseur Markus Griebenow spielt dazu immer wieder Opernarien ein - wie sich erst später herausstellt, weil Alexandre Opern für die angemessene Hintergrundmusik für das Treffen ansieht. Die Pause kommt so unverhofft, dass niemand im Saal reagiert. Am Ende nimmt der Abend mehrere unerwartete Wendungen — wobei David Pharao seinem plötzlich herbeigezauberten Happy End nicht ganz traut und durch Alexandres pessimistische Weltsicht einen Wermutstropfen ins große Glück schüttet.

“ Die Inszenierung (zwei Stunden mit Pause) ist am 25. und 26. Oktober um jeweils 20 Uhr an der Westkotter Straße 27 zu erleben. Karten gibt es unter Ruf - 946 999 20 und online unter

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