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Das wird die neue Opern-Spielzeit

Das wird die neue Opern-Spielzeit

Der neue Intendant Toshiyuki Kamioka setzt auf beliebte Klassiker. Umstrittenes Musical gestrichen.

Wuppertal. Das Spielzeit-Heft als schlichtes Faltblatt ist extrem sparsam ausgefallen. Das Programm soll es nicht sein: Der zukünftige Opernchef Toshiyuki Kamioka stellte gestern mit seinem Vertreter Joachim Arnold die Opern der neuen Spielzeit vor. Große Oper wird es dem Namen nach in Wuppertal geben: Mit „Salome“, „Tosca“, „Don Giovanni“ und „Parsifal“ bedient Kamioka einen soliden Querschnitt durch das Werkprogramm.

Um mit 1,4 Millionen Euro eine ganze Spielzeit zu bestreiten, habe er den Weg gehen müssen, kein festes Ensemble mehr zu verpflichten, betonte Kamioka gestern. Wobei die Ensemble-Definition durchaus eigenwillig ist: Ensemble sind alle, die auf und hinter der Bühne aktiv sind. Joachim Arnold schwärmt in höchsten Tönen von Regisseuren, Sängern, Dirigenten, die verpflichtet worden sind, von sinnlich-saftigen, aus dem Vollen schöpfenden Produktionen.

Dabei seien alle Stücke echte Neuinszenierungen, keine angekauften oder als Ko-Produktion verpflichtete. Neben den „großen“ Opern, die mit insgesamt 36 Vorstellungen angesetzt sind, erscheinen mit „Der Barbier von Sevilla“ und „Hänsel und Gretel“ Inszenierungen von Johannes Weigand als Wiederaufnahmen mit 14 Vorstellungen.

Dort tauchen dann auch einige bekannte Namen auf, die als Sänger neu verpflichtet wurden: Thomas Laske, Dorothea Brandt, Boris Leisenheimer und Michaela Mehring. Eine Uraufführung „Alice im Wunderland“ mit der Musik von Andreas N. Tarkmann ist im Juni als Kinderoper geplant — allerdings nicht im Opernhaus, das in dieser Zeit intensiv vom Tanztheater genutzt werde.

Arnold: „Wir suchen für dieses Stück, in dem der Chor eine tragende Rolle spielen wird, noch nach geeigneten Räumen.“ Eine Besonderheit dürfte die szenische Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach im Opernhaus sein, für die Philipp Harnoncourt szenisch verantwortlich zeichnet und Dirigent Jörg Halubek als Spezialist für historische Aufführungspraxis gewonnen wurde.

Das viel umstrittene Musical aus Joachim Arnolds eigener Produktion wurde nach Krisen-Sitzung im Aufsichtsrat gestrichen, obwohl es keinerlei rechtliche Relevanz gegeben habe, auf das Musical zu verzichten, wie Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) erläuterte. Neu dürfte sein, dass auch deutsche Opern übertitelt werden. Moderate Preiserhöhungen sind angesetzt — ein Bonbon wird mit Acht-Euro-Plätzen in den letzten Reihen der beiden Ränge angeboten.