Das Programm für den dritten Ball der schönen Künste steht.

Ball : Herr Pfleiderer bittet zum Tanz

Das Programm für den dritten Ball der schönen Künste steht. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Nein, die Zeit der großen Bälle ist nicht vorbei. Davon ist Peter H. Vaupel überzeugt. Der Vorsitzende der Freunde der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters Wuppertal e.V. hat eher einen Trend zum Konservativen hin ausgemacht. Schulabschlussfeiern in festlicher Kleidung, Essensevents mit mehreren Gängen und das wachsende Interesse am Gesellschaftstanz geben ihm Recht. Die Wuppertaler dürfen sich nun auf den dritten „Ball der schönen Künste“ in der prachtvollen Historischen Stadthalle freuen. Der findet zwar erst im Februar 2019 statt, der Kartenvorverkauf ist aber bereits in vollem Gange. Vaupel verspricht: „Es wird ein großes gesellschaftliches Ereignis.“

Das Programm steht, ist vom Einlass über die Begrüßung, die Unterhaltungsanteile bis zum beschwingten Tanz in festlicher Robe genau durchgetaktet. Es bietet bis in die tiefe Nacht hinein eine Mischung aus Bühnenshow, Konzert, Tanz und Gaumenfreuden. Stargast ist diesmal Gaines Hall, der sich als erfolgreicher Musical-Darsteller weltweit Anerkennung verschafft hat. Der gebürtige US-Amerikaner lebt und arbeitet seit 1992 in Deutschland, in Wuppertal tritt er zu „Singin’ in the Rain“oder „There’s no Business like Show Business“ auf. Weitere Akteure des Abends sind Sängerinnen und Sänger der Oper, Mitglieder des Schauspielensembles, eine Formation der Tanzschule Schäfer und natürlich das Sinfonieorchester, das unter der Leitung des ersten Kapellmeister Johannes Pell an diesem Abend vor allem Filmmusik spielt - zum Zuhören und zum Tanzen. Von „Westside Story“ oder „Kiss me Kate“ über „Ein Käfig voller Narren“ bis hin zu „Annie Get Your Gun“. Vaupel: „ Wir wollen damit etwas vom Klassischen weg und den Ball ein wenig verjüngen.“

Vorfreude auf ein großes gesellschaftliches Ereignis

Durch den Abend führt diesmal Schauspielintendant Thomas Braus, der dafür wieder in die Figur des im Schwäbischen beheimateten Hausmeisters Pfeiderle schlüpft. So mancher dürfte sich an die Paraderolle des Volksschauspielers Willy Reichert (1896 bis 1973) erinnern, der die Zuschauer in der schwarzweißen TV-Nachkriegszeit erfreute. Braus bringt sein Schauspielensemble mit - der Titel des Auftritts, „Dada, da! Alles Gute kommt von“, lässt ahnen, dass gemäß #Schnappschuss-Format spritzige Unterhaltung geboten wird. Den Programmschlusspunkt übernehmen Vertreter der Musikhochschule, bevor die Gäste die Nacht durchtanzen können.

Vaupel will aber nicht nur eine rauschende Ballnacht ermöglichen. Er tritt auch gegen das hartnäckige Vorurteil an, in Wuppertal gebe es keine Bühnen mehr. „Wir bieten ein Ereignis, das es so weit und breit in der Nähe nicht gibt“, wirbt er, wissend, dass das Ball-Publikum auch von auswärts anreist. Der große Zuspruch des Uniballs stört ihn nicht, da dieser in einer anderen Liga mit anderem Preisniveau und Ambiente spiele. Außerdem hat der Ball der Theaterfreunde andere „Aufgaben“ zu erfüllen. Er ist für die Mitglieder des Theatervereins gedacht, soll Menschen für die Wuppertaler Bühnen begeistern, die bislang noch keinen Zugang haben, ist als Benefizveranstaltung eine, wenn auch kleine Einnahmequelle für das Theater und präsentiert vor allem die Wuppertaler Kultur. Deshalb heiße er auch nicht Theaterball, sondern Ball der schönen Künste.

Beim letzten Mal, im Februar 2017, kamen 450 Gäste, diesmal hofft Vaupel auf 500. Die müssen zwar für die Veranstaltung mehr berappen als beim Uniball, aber durch die erstmalige Einbeziehung der Galerie in der Stadthalle wird eine vierte, preiswertere Kategorie eröffnet. So liegt die Spanne zwischen 105 Euro und 55 Euro. Die Zeit der großen Bälle hat gerade erst wieder begonnen. Karten unter Telefon 0202/563-7666; kulturkarte-wuppertal.de

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