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Das hohe Lied der Vielfalt

Das hohe Lied der Vielfalt

Neues Saisonprogramm: Die Kantorei Barmen-Gemarke setzt auf Bach, Mozart und Experimente.

Wuppertal. Es ist eine Stilfrage: "Wir legen uns nicht fest", sagt Wolfgang Kläsener mit dem guten Wissen, offen für alle (guten) Töne zu sein. Das kann man natürlich auch anders sehen: Die Kantorei Barmen-Gemarke legt sich sehr wohl fest - nur nicht auf einen Stil. Sie bekennt sich zur Vielfalt, und genau das scheint das Publikum gerne zu hören.

"Die Mischung aus alter und neuer Musik, klassischem Repertoire und Uraufführungen, Instrumental- und Vokalmusik kommt an", freut sich Kläsener, der als Leiter der Kantorei ein Loblied auf die eingeschworene Fangemeinde singt: 160 Abonnements wurden allein in der vergangenen Saison an die treuen Zuhörer gebracht.

Auch in der neuen Saison gilt deshalb ein stilvolles Motto: Es lebe die Vielfalt. Klangvolle Abwechslung verspricht Kläsener ab dem 21. September: Der Auftakt der Spielzeit 2007/08 klingt nach einer gewagten Kombination. Die Kantorei stellt "Bach & Jazz" gegenüber - natürlich in ihrem heiß geliebten Konzertsaal, der Immanuelskirche an der Sternstraße.

Der Saisonstart, der zugleich Auftakt der "Wuppertaler Bach-Wochen" und Teil der Orgeltage ist, gilt Johannes Sebastian Bach. Zur Feier des Tages werden verschiedene Varianten ausprobiert: Werke im Original und in Bearbeitung für ein Jazz-Trio. Roland Dopfer (Orgel) trifft um 20 Uhr auf das Thomas-Gabriel-Trio.

Den Kontrast gibt’s am 1. November. Um 18 Uhr rückt Bach "ganz anders in den Blick". Oder besser gesagt: ins Ohr. "Den virtuosen Bach" stellt Kläsener höchstpersönlich vor - zusammen mit Thomas Pauschert, Annette Wehnert und Mary Utiger, denn "Motetten und Konzerte" erklingen auf historischen Instrumenten.

Eine echte Premiere folgt am 26. Dezember. Denn davon, wie er "Kirche und Chor öffnen kann", hat Kläsener schon jetzt eine ganz genaue Vorstellung: Das Publikum soll mitmachen. Mit dem ersten "Weihnachts-Oratorium zum Mitsingen" wird um 18 Uhr ein alter Bekannter gefeiert: Johann Sebastian Bach.

Neues Jahr, alte Leidenschaft: "Glory to God" heißt es am 12. Januar. Auf gut Deutsch gesagt: Die Kirchengäste erwartet "Romantische Chormusik", weil sich Kläseners Schützlinge auf "die Kernkompetenz der Kantorei" besinnen - auf A-cappella-Werke in Originalsprachen. Markus Maurer nimmt um 18 Uhr an der Orgel Platz, Kläsener leitet das Konzert mit Werken von Max Reger bis Malcolm Archer.

Neben den insgesamt sechs Heimspielen, die bis zum 31. August als Abo gebucht werden können, freut sich Kläsener auch auf die Reihe der Sonderkonzerte, "die wir für Experimente nutzen". So gibt es am 20. September, 17 Uhr, "Bach für Kinder".

Und noch bevor am 24. Mai, 18 Uhr, "Hundert Jahre Neue Musik" gefeiert werden, dürfte die Kantorei für einen Saisonhöhepunkt sorgen: Am 19. Oktober wird um 20 Uhr Juan Allende-Blins "Cantate à trois" uraufgeführt. Denn die Vielfalt lebt - nach wie vor in Barmen.