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Das dezimierte Sinfoniekonzert

Das dezimierte Sinfoniekonzert

Warum die Hochschule für Musik in der Immanuelkirche nicht das Programm spielte - und doch überzeugte.

Wuppertal. Geplant war ein Sinfoniekonzert. Ausgewählt hatten die Studenten der Hochschule für Musik Igor Strawinskys Oktett für Bläser, Peter Tschaikowskys Serenade für Streichorchester, Antonín Dvoráks Serenade für Bläser und zum Abschluss ein weiterer Strawinsky, die Pulcinella-Suite. "Doch das Orchester hatte Pech vom ersten Tag an", entschuldigte Direktor Lutz-Werner Hesse.

Immer wieder erkrankten Orchestermitglieder, mussten durch andere Kommilitonen ersetzt werden - bis am Samstag während der Generalprobe eine Entscheidung fiel. "Es gibt auch eine Verpflichtung gegenüber dem Komponisten", befand der künstlerische Leiter Stefan Klieme. Und vor allem bei den Bläsern gab es so eklatante Lücken, dass er das Programm kurzerhand auf die Serenade für Streicher reduzierte. Beim Sonntagskonzert in der Immanuelskirche waren die etwa 80 Zuhörer zwar enttäuscht, nicht auch die anderen Werke hören zu dürfen.

Immerhin: Die 20-minütige Tschaikowky-Aufführung war trotz kleiner Patzer so schön, dass sie alle versöhnte. Den ersten Satz dieser 1880 komponierten Serenade verstand der Künstler ausdrücklich als Tribut für den von ihm verehrten Mozart. "Er ist eine absichtliche Nachahmung seines Stils, und ich würde mich glücklich schätzen, wenn man fände, dass ich meinem Vorbild einigermaßen nahe gekommen bin", wurde der Komponist im Programmheft zitiert. Weil auch das darauf folgende Sonaten-Allegro, ebenso wie ein G-Dur-Walzer und das abschließende, brillante Stretta gut intoniert wurden, war das Konzert ein schöner Erfolg.