Wuppertaler Kultur: Brillanter Gesang und märchenhafte Kostüme

Wuppertaler Kultur : Brillanter Gesang und märchenhafte Kostüme

Die Mädchenkurrende führte in der Friedhofskirche „Hänsel und Gretel“ auf.

Engelbert Humperdincks dreiaktige Oper „Hänsel und Gretel“ erfreut sich zur Weihnachtszeit allgemeiner Beliebtheit. Normalerweise dauert das Stück rund zwei Stunden. Da es bei den Sprösslingen unglaublich beliebt ist, schrieb der zeitgenössische Komponist Andreas N. Tarkmann anno 2005 eine Fassung mit Kinderchor. Dabei blieb es nicht. Zehn Jahre später veröffentlichte er auch eine Version mit Mädchenchor und Kammerensemble. Diese führte die Mädchenkurrende Elberfeld am ersten Advent auf.

Ziemlich genau eine Stunde dauerte es, bis die böse Hexe besiegt war, dadurch alle Kinder von ihrem Bann befreit wurden und schließlich alle eine große Süßigkeitenparty feierten. Dafür war ein großes Orchester gar nicht nötig. Ein Streichquintett sowie je ein Akkordeon und Cembalo (in diesem Fall ein E-Piano mit einem etwas zu leise eingestellten Cembalo-Klang) reichten völlig für eine geschmackvolle musikalische Untermalung aus. Die Instrumentalisten, darunter Mitglieder des Sinfonieorchesters Wuppertal, spielten in der Friedhofskirche am Ölberg klangvoll und harmonisch auf.

Sensibel begleiteten sie außerdem die drei Chorgruppen (Kolibris, Finken, Konzertchor), die unter der umsichtigen wie verlässlichen Leitung von Angelika Küpper ausgewogen ihre Partien vortrugen. Man konnte sich an den vielen Kinderliedern wie „Ein Männlein steht im Walde“ ergötzen. Außerdem agierten sie teils in märchenhaften Kostümen lebhaft im und neben dem Altarraum.

Dafür war Peter Wallgram zuständig, der auch für eine schöne, bunte Beleuchtung sorgte. Zum zauberhaften Ambiente trugen des Weiteren aus Laken angefertigte Bäume bei, die von den Emporen herabhingen.

Solistinnen waren ebenfalls mit dabei. Sie kamen aus zwei Gesangsklassen der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und waren genauso bestens disponiert. Darstellerisch und gesanglich brillierten die Protagonistinnen Bassja Leidmann (Gretel), Luzia Ostermann (Hänsel), Inga Balzer (Hexe) und die Personen der Nebenrollen auch aus den Reihen der Kurrende.

Als Sprecherin gesellte sich Dorothea Brandt hinzu, einstiges Mitglied des Wuppertaler Opernensembles und neue Leiterin der Kolibris. Als Märchenerzählerin führte sie durch die Geschichte.

Von der rundum gelungenen Aufführung waren Groß und Klein hellauf begeistert. Erst nach der Wiederholung das „Abendsegens“ als zweite Zugabe zog man selig von dannen. has