1. NRW
  2. Wuppertal
  3. Kultur

Blech und Pfeifen im Duett

Blech und Pfeifen im Duett

Musik: Trompeter Thomas Hammes und Organist Christian Schmidt überzeugen mit Konzert-Abend.

Wuppertal. Für Orgelfreunde erklingt sie viel zu selten: Die klangprächtige Sauer-Orgel in der Stadthalle. Nun war sie im zweiten Konzert der Reihe "Orgel-Akzente" zu hören, in Kombination mit einer Trompetenstimme. Thomas Hammes blies sein Instrument perfekt und konzertierte in bester Übereinstimmung mit Christian Schmitts Orgelspiel.

In den Barockwerken von Händel und Bach mischt sich die Trompete wie ein besonders strahlendes, exponiertes Register in den Orgelklang. Eigenständigkeit und kreative Blastechnik fordern die neuen Werke, etwa Frank Zabels "Konzertrondo für Trompete und Orgel" mit furiosem, hektischem Beginn. Der im Konzert anwesende Komponist kombiniert im Mittelteil das Glockenspiel des Fernwerks mit dem Trompetensolo in weiten Tonintervallen. Klagend schreitet die geblasene Melodie über dumpfen Liegetönen der Orgel, und am Ende mischen sich die Instrumente in verqueren Skalen.

Ebenso spannungsreich gestaltet das Duo die Stücke "Grünes Fenster" und "Blaues Fenster" von Petr Eben, der sich 1974 von Chagall-Glasfenstern inspirieren ließ. Echte Dialoge liefern sich die Instrumente, fließend und wie getupft wirkt die Trompetenstimme, gegen die die Orgel stark Rhythmisches oder lange Akkordtriller setzt.

Als Solowerke für Orgel wählte Schmitt Kompositionen aus der französischen Orgelsinfonik, für die das Stadthallen-Instrument ausgelegt ist. Als kraftvolle Introduktion kommt der erste Satz aus Alexandre Guilmants erster Sonate von 1874 daher. Scharf punktiert der Organist die Rhythmen, agiert behände im ausdrucksvollen Pedalsolo. Mit Schwellwerk und gelungenen Registerwahlen schafft er leidenschaftliche Dialoge im Stimmengeflecht. In Marcel Duprés Variationen über das Weihnachtslied "Noel Nouvelet" von 1922 kostet Schmitt die Register-Vielfalt genüsslich aus und paart technische Brillanz mit feinem Klangsinn. Aus Charles Marie Widors 7. Orgelsinfonie stellt er "Choral" und "Final" vor - dunkelklangig der würdevolle Choral im zweigleisig geführten Pedalsatz mit weiteren Manualstimmen. Stürmisch führt das Final in wummernde Tiefen, wogend und schwellend entfaltet der Organist die Motive, die im Tuba mirabilis-Register schmetternd enden.