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Bayer-Klavierzyklus: Ein Comeback, fünf Debüts und 100 Abonnenten

Bayer-Klavierzyklus: Ein Comeback, fünf Debüts und 100 Abonnenten

Der Klavierzyklus geht im September in die zehnte Stadthallen-Saison.

Wuppertal. Ob es einen Unterschied zwischen dem Publikum in Leverkusen und den Klavierfans in Wuppertal gibt? Da muss Nikolas Kerkenrath, Leiter der Bayer-Kulturabteilung, nicht lange überlegen: "In Leverkusen wird ganz selbstverständlich das Beste erwartet, in Wuppertal sind die Zuhörer neugieriger und dankbarer." Vor allem aber sind sie eines: treu.

Der Bayer-Klavierzyklus ist der beste Beweis: "In Zeiten, in denen überall über rückgängige Abo-Zahlen geklagt wird, sind unsere konstant." Bayer-Musikreferentin Carolin Sturm hat also allen Grund, zufrieden zu sein: "Unsere Konzerte in der Stadthalle sind zu mindestens 75 Prozent ausgelastet."

Wobei Quantität natürlich nicht alles ist: "In all den Jahren hat sich eine schöne, persönliche Atmosphäre entwickelt." 100 Abonnenten können das bestätigen: Man kennt sich eben - und man kennt die Stars der Szene, die im Mendelssohn Saal gerne den Ton angeben.

Gelegenheit dazu gibt’s auch in der kommenden Saison - wenn der Bayer-Zyklus Jubiläum feiert. Zum zehnten Mal darf sich Wuppertals Klaviergemeinde auf junge Talente und alte Meister freuen. Im neuen Programm, das am Montag in der Stadthalle vorgestellt wurde, gibt es zwar keinen roten Faden wie in den Vorjahren, in denen "Die Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven" (1999/2000), "Das Klavierwerk von Frédéric Chopin" (2001/02) oder "Deutsche Pianisten" (2007/08) die Zuhörer in Atem gehalten haben.

Aber auch ohne eine Hauptüberschrift ist klar, was das Publikum zu erwarten hat: ein Programm, das mehrere pianistische Epochen umfasst - von Rameau bis Ravel, von Brahms bis Bach.

Und auch wenn Meisterwerke von Haydn, Liszt und Chopin schon seit zehn Jahren begeistern, gibt es immer wieder Neues: Neben dem Duo Yaara Tal/Andreas Groethuysen, das treuen Klavierfans bestens bekannt sein dürfte, geben fünf Virtuosen ihr Zyklus-Debüt. Den Auftakt macht Jean-Bernard Pommier: Der Franzose eröffnet die Saison am 15. September - zwei Tage, bevor er sein Konzert in bester Bayer-Tradition in Leverkusen wiederholt.

Damit feiert er in doppelter Hinsicht eine Art Comeback: Anfang der 70er war er einer der begehrtesten Solisten, zuletzt machte er als Dirigent Karriere. Nun konzentriert sich der Pianist wieder stärker auf "sein" Instrument. In Elberfeld interpretiert er Beethovens Klaviersonate Nr.23 f-Moll, op.57 (Appassionata) und Liszts Klaviersonate h-Moll.

Einen Monat später setzt Denys Proshayev auf Jean-Philippe Rameaus Suite a-Moll (1728). Den Barockkomponisten stellt er bedeutenden Werken deutscher Musiker der Klassik und Romantik gegenüber: Der Weißrusse hat am 13. Oktober Stücke von Beethoven, Brahms und Schumann im Gepäck.

Ebenfalls aus Osteuropa reist Lilya Zilberstein an: Die Russin kommt am 17. Dezember auf den Johannisberg - um "Bilder einer Ausstellung" zu interpretieren. Das bekannteste Stück ihres Landsmannes Modest Mussorgsky präsentiert sie nach den Paganini-Variationen von Johannes Brahms.

Das soll aber noch lange nicht alles gewesen sein. Noch vor den Auftritten von Yaara Tal und Andreas Groethuysen (24. März 2009), Tzimon Barto (21. April) und Gunilla Süssmann (26. Mai) wird die Bühne für Kollegen in spe reserviert: Junge, aufstrebende Talente, allesamt Preisträger des Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert", spielen sich am 5. Januar ins Rampenlicht.