Bandwebermuseum in Wuppertal zieht erst in den Sommerferien um

Umzug: Bandwebermuseum zieht erst in den Sommerferien um

Gebäudemanagement macht Personalengpässe und finanzielle Fragen für Terminverschiebung verantwortlich.

Gut Ding will Weile haben, lautet ein altes Sprichwort. Im Fall des Cronenberger Bandwebermuseums freilich ist viel Langmut gefragt. Irmhild Pesch, Vorsitzende des Fördervereins, erinnert sich an die ersten Gespräche über ein neues Zuhause des Museums: „Das war Anfang Februar 2016.“ Nun ist der Sommer 2019 als Umzugstermin vorgesehen – zuvor wird das Museum 30 Jahre alt.

Noch im Juni 2018 hatte Hans-Uwe Flunkert, der das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) leitet, den Herbst desselben Jahres anvisiert. In den Schulferien sollte das Museum sein altes Domizil in der Friedrich-Bayer-Realschule aufgeben und ins ehemalige Goldzackgebäude in Elberfeld ziehen. Die Schule sollte dadurch ihre beiden Klassenräume zurückerhalten und der seit Jahren wachsenden Schülerzahl Rechnung tragen können.

Doch daraus wurde nichts. Immense personelle Engpässe im Gebäudemanagement, das zudem diverse Förderprojekte zu bearbeiten hatte, und finanzielle Fragen, die geklärt werden mussten, macht Klaus Lidke dafür verantwortlich. Der Produktmanager im GMW ist in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein mit den aktuellen Planungen befasst, die seit November wieder Fahrt aufgenommen haben. Man lobt gegenseitig die mittlerweile entstandene konstruktive und zügige Zusammenarbeit, die nach der Weihnachtspause fortgesetzt werden soll.

Noch ruht der große Raum im zweiten Stock des Fabrikgebäudes an der Wiesenstraße. Das erarbeitete Museumskonzept sieht vor, dass hier die Hausbandweberstube wieder aufgebaut wird, zudem in einem Rundgang eine Zeitreise zu den verschiedenen Fertigungsmethoden und Entwicklungsstufen angeboten wird. Irmhild Pesch beschreibt das Vorhaben: „Wir möchten, dass der Charakter der Stube erhalten bleibt, gleichzeitig moderne, interaktive Vermittlungsangebote gemacht werden.“ Das sei ein „großer Anspruch“, der finanziert werden will. Da die Mitgliedsbeiträge nicht ausreichen, bemüht sich der Förderverein um Drittmittel – und muss sich dabei im Dschungel von Formalien, Kontakten und Fristen zurechtfinden.

Geklärt ist dagegen die Bezahlung der Miete. Lidke: „Das übernimmt der Kulturetat.“ Kulturdezernent Matthias Nocke (CDU) muss sich auch um die künftige Betreuung des Museums kümmern, Gespräche sind anberaumt. Ob dabei eine Anbindung ans Historische Zentrum eine Rolle spielen könnte, wie letztes Jahr von der FDP angedacht, ist offen. Irmhild Pesch jedenfalls will schon seit Jahren kürzer treten, begleitet „nur“ noch den Umzug.

Umzug im Sommer
wegen der Schulferien

Es gab Ortstermine, außerdem wurde die neue Nutzung in einem Plan im Maßstab 1:100 mittels kleiner Module geprobt. Nun geht es daran, das Konzept baulich umzusetzen. Dazu bedarf es weiterer Pläne – etwa zum Brandschutz und zur Beleuchtung –, bevor die einzelnen Gewerke vergeben werden können. Zu den Hauptaufgaben zählen der Einbau von Stellwänden, die Beleuchtung und Malerarbeiten. Umgezogen werden soll dann in den Sommerferien – um die Logistik muss sich der Verein kümmern, die Stadt bestellt das Transportunternehmen. Pesch: „Wir werden dann auf der Website des Museums darauf hinweisen.“

Bis dahin bleibt das Museum in der Cronenberger Schule zugänglich.