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Autorin Dagmar Finger will nicht mehr aus Wuppertal weg

Kultur : Dagmar Finger: „Ich will nicht mehr aus Wuppertal weg“

Die Autorin freut sich vor allem über viele nette Bekanntschaften.

Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten. Aus gesundheitlichen Gründen zog die Autorin Dagmar Finger von Gummersbach nach Wuppertal. Geplant war ein vorübergehender Aufenthalt, doch: „Jetzt will ich nicht mehr weg.“ In kurzer Zeit hat sie hier verschiedene Anknüpfungspunkte für ihre schriftstellerische Tätigkeit gefunden. So konnte sie im Glücksbuchladen bei 24-Stunden live ihre Bücher vorstellen und im Literaturcafe am Eckbusch lesen. „Und immer traf ich auf freundliche Menschen, so entstanden schnell Bekanntschaften.“

Die gelernte Erzieherin ist inzwischen im Ruhestand. Im Berufsleben war ein Schwerpunkt ihrer Arbeit mit den Kindern die Aufführung von Theaterstücken die sie nicht nur selber geschrieben hatte, sondern sich auch für Regie, Darsteller und Kostüme verantwortlich zeigte, Grundstein für ihr heutiges Tun. „Schon damals baten mich die Eltern, daraus eine Geschichte zu Papier zu bringen“, erinnert sie sich. Eine Erkrankung 2011 gab den Impuls, erste Gedichte und Kurzgeschichten zu verfassen.

Inzwischen kann sie auf mehrere Publikationen verweisen. 2014 erschien ihr erstes Kinderbuch „Die Tränen der Muschel“. „Auch dabei hatte ich großes Glück.“ Zunächst ins Internet gestellt, wurde der Masou Verlag auf die Autorin aufmerksam und verlegte das Buch. Nur soviel sei verraten: Ein Geheimnis zu finden, um es zu lösen, ist das schönste Abenteuer im Leben der Zwergelfe Afra. Wunderschön illustriert von Antje Laxgang. „Die passenden Bilder dazu sind mir sehr wichtig“, sagt Finger. Und so geht jedes ihrer Bücher eine gekonnte Symbiose zwischen Text und Bild ein und weist, durch unterschiedliche Illustratoren, einen jeweiligen speziellen optischen Charakter auf.

Begegnungen führen oft
zu neuen Geschichten

Erfahrungen und Erlebnisse, auch aus dem Berufsleben, verarbeitet sie in ihren Texten, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. „Die Kinder kommen selber auf die Problematik“ ist ihre Erkenntnis. So auch bei „Manchmal ist alles ganz anders“, einem Buch über Vorurteile über die Titelfigur, dem kleinen dicken Drachen Mops. Dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen können, erlebt eine Puppe in „Die Puppenprinzessin“ und in „Popcorn für alle“ geht es um Helfen und Miteinander. Ihre Charaktere sind Spiegelbilder der Gesellschaft, liebevoll dargestellt und immer für eine Überraschung gut.

„Ich schreibe in Bildern“, sagt die Autorin, und kleine Begegnungen oder Begebenheiten führen so oft zu neuen Geschichten. Fantasie dazu hat sie genug. „Meine Kolleginnen haben mir drei Wörter genannt und ich habe ihnen daraus eine Geschichte gemacht“, erinnert sie sich.

Auch die Erwachsenen bleiben nicht außen vor. „Seiltanz durch ein Jahr“ ist eine Sammlung von zwölf kleinen monatlichen Erzählungen, mal lustig, mal besinnlich oder zum selber entscheiden, wie sie ausgehen sollen. Wer einen Blick in die Bücher werfen will, kann das im Glücksbuchladen tun. Dort liegen die neuen Werke „Der Kakerlak und die Kartoffelpiraten“ und „Der Kakerlak und der Weihnachtsfisch“ aus.

www.dagmarfinger.com