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Ausstellung: Wer Musik hört, sieht auch Farben

Ausstellung: Wer Musik hört, sieht auch Farben

Thomas Grochowiak, der „Dirigent der Farbe“, stellt in der Galerie Janzen aus.

Wuppertal. Leicht zu konsumieren, schwer zu begreifen: Zur Musik gibt es viele Schlüssel, keiner davon ist "richtig" oder "falsch". Das gilt auf eine Weise auch für die bildende Kunst, besonders aber für das Werk von Thomas Grochowiak, weil er nach der Musik und ebenso für sie malt. Einen Ausschnitt aus seinem Werk zeigt Martina Janzen in ihrer Galerie unter dem Titel "Dirigent der Farbe".

Was den Schlüssel angeht, so ist nicht unerheblich, dass Grochowiak sicherlich zu den lebenserfahrenen Menschen zählt. 1914 als Sohn eines Bergmanns in Recklinghausen geboren, blickt er auf einen langen Katalog von Tätigkeiten, Ausstellungen und Ehrungen zurück. Seine Stationen: 1948 Gründung der Gruppe "Junger Westen", von 1950 bis 1979 Leiter der Ruhrfestspiele, von 1954 bis 1980 Direktor der Städtischen Museen seiner Heimatstadt und ab 1969 auch der Städtischen Galerie Schloss Oberhausen.

Geistige Tiefe und technische Virtuosität, wie sie ein solcher Erfahrungsschatz beschert, verbinden sich in den Arbeiten keineswegs zu einer überspannten Forderung an den Betrachter. Er kann vielmehr alle Leichtigkeit der farbintensiven Bilder atmen, ihnen aber ebenso - wie in der Musik den Takten - in die letzten Verästelungen der formalen Bestandteile folgen.

In einer komplizierten Technik bringt Grochowiak farbige Tuschen auf den partiell angefeuchteten Bildträger auf. Momente des Zufalls gibt es kaum, der Künstler hat sein Metier "im Griff" und weiß die Farben und ihre Transparenz bis in Nuancen zu steuern.

Was nach kalligraphischen Zeichen aussieht, ist vielmehr die Spur des Taktstocks, der die luftigen Farbsequenzen dirigiert. Nicht Intellekt, sondern Sinnlichkeit formt das abstrakte Bild, das deshalb als "Komposition" schlecht beschrieben wäre.

Mit Grochowiak, der heute in Baden-Baden lebt, hat die Galerie Janzen ein weiteres Mal hochkarätige Kunst ins Tal geholt. Ihr Schöpfer sagt: "Wenn ich Musik höre, sehe ich Farben." Wer die Ausstellung besucht, ist umgekehrt zugleich Gast der Musik.

Zeiten: Die Ausstellung ist in der Galerie Janzen in der Huppertsberg-Fabrik an der Hagenauer Straße 30 bis zum 24. Februar zu sehen. Geöffnet ist sie mittwochs bis freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr.