ARD dreht im Wuppertaler Opernhaus

Dreharbeiten : Das Opernhaus wird zum Filmset

Der hochkarätig besetzte TV-Dreiteiler „Väter – Allein zu Haus“ wird unter anderem in Wuppertal gedreht.

Hochbetrieb im Opernhaus: Kameras, Kabel, Scheinwerfer, ein kleiner Tisch mit Stehlampe zwischen der ersten Sitzreihe und der leeren Bühne. Die Oper dient diese Woche als Schauplatz für einen ungewöhnlichen Heiratsantrag – eine Szene der ARD-Degeto/WDR-Produktion mit dem Arbeitstitel „Väter – Allein zu Haus“. Seit dem 9. Oktober werden die ersten beiden von drei Komödien über Männerfreundschaften und moderne Familienkonstellationen aus der Feder der „Club der roten Bänder“- Autoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting gedreht – bisher in Köln und gerade auch in Wuppertal. In den Hauptrollen: Peter Lohmeyer, Christina Große, David Rott, Felicitas Woll, Tim Oliver Schultz, Yasemin Cetinkaya und Tobias van Dieken.

Alternative Familienmodelle
mit eigenen Schwierigkeiten

Erster Schultag – endlich. Mit der Einschulung ändert sich allerdings nicht nur das Leben der Kinder, sondern auch die Eltern müssen ihre Leben umstrukturieren. Also gehen die Männer arbeiten und ihre Frauen sorgen für Kind und Haushalt? Von wegen! Vier sehr verschiede Freunde übernehmen zu Hause das Ruder und müssen sich im Familienchaos behaupten, während ihre Frauen Karriere machen. Die drei Komödien, die mit „Gerd“, „Mark“ und „Timo“ die Namen ihrer Protagonisten tragen, zeigen frei nach der australischen Erfolgsserie „House Husbands“ alternative Familienmodelle, die alle ihre eigenen Schwierigkeiten mit sich bringen.

Der Handwerker Gerd (Peter Lohmeyer) hat seiner Partnerin Michaela (Christina Große) versprochen, sich um ihre gemeinsame Tochter Laura zu kümmern, während sie ihren alten Job wiederaufnimmt. Wenn er diese Aufgabe meistert, will sie endlich seinen Heiratsantrag annehmen. Trotz aller Bemühungen beginnt das Experiment mit einigen Komplikationen, nicht zuletzt durch Gerds Tochter aus einer früheren Ehe. Mark (David Rott) hingegen hat sich als Hausmann und Vater bereits bewährt und wagt nun halbtags den Weg zurück in die Arbeitswelt, während seine Frau Judith (Felicitas Woll) als Ärztin durchstartet. „Ich weiß, wovon ich spreche“, sagt David Rott und schmunzelt. „Meine Frau ist auch Ärztin.“

Das Verständnis für Marks Doppelbelastung bleibt aus: Mobbing und Übergriffe aus der Chefetage sind die Reaktionen auf die moderne Rollenverteilung, die David Rott an der Filmreihe besonders gereizt hat. „Ich finde, die Filme haben einen schönen Humor und eine warme Atmosphäre“, fügt er hinzu. „Außerdem habe ich hier tolle Kollegen.“ Einige der Schauspieler standen bereits für vergangene Projekte gemeinsam vor der Kamera. Auch die Stadt kennt David Rott bereits vom Dreh von „Freche Mädchen“ vor rund zehn Jahren. „Ich mag Wuppertal“, so Rott. „Die Stadt ist sehr abwechslungsreich.“ Noch bis zum Wochenende laufen die Arbeiten im Opernhaus und entlang der Schwebebahn, danach wird in Köln weitergedreht. Da die Handlung der Filme ineinandergreift, wird abwechselnd gedreht und die Darsteller müssen zwischen Haupt- und Nebencharakteren wechseln. Bis Mitte Dezember sollen die ersten beiden Teile im Kasten sein.

Im Frühjahr 2019 folgen die Dreharbeiten zum dritten Film „Timo“. Auf Tim Oliver Schultz wartet damit eine neue Herausforderung: „Ich spiele zum ersten Mal einen Vater.“ Timo ist ein ehemaliger Profi-Fußballer, der nach einem schicksalsschweren Spiel nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Frau Nicki (Yasemin Cetinkaya) verloren hat – und mit ihr beinahe auch das Sorgerecht für seine Kinder. Aber Timo gibt nicht auf. „Das ist ein sehr schöner, ein sehr persönlicher Kampf“, erzählt Schultz. „Die Liebe zum eigenen Kind ist etwas Unerreichbares und das ist sehr schön zu spielen.“ Vierter im Bunde ist der schwule Vater Andreas (Tobias van Dieken), der vorerst keinen eigenen Film bekommt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Filme werden im Ersten gezeigt, die Sendetermine sind noch nicht bekannt.

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