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Angstmän flieht vor Pöbelmän

Angstmän flieht vor Pöbelmän

Das neue Stück des Kinder- und Jugendtheaters feiert am 5. September Premiere.

Dieser Superheld braucht selber Hilfe. Angstmän ist auf der Flucht vor seinem Erzfeind Pöbelmän und landet bei der kleinen Jennifer, die ausgerechnet an diesem Abend allein zu Haus ist. Besonders mutig ist sie auch nicht. Aber Angstmän im Stich lassen? Das geht gar nicht! Und dann steht Pöbelmän, das fieseste Muskelpaket aller Galaxien, wirklich in Jennifers Wohnzimmer.

„Angstmän“ ist das neue Stück des Kinder- und Jugendtheaters, das ab dem 5. September im Elberfelder Berufskolleg zu sehen ist. Vorlage für Regisseurin Katja Leibold-Büchmann war das gleichnamige Kinderbuch von Hartmut El Kurdi. „Es geht um Angst“, sagt Theaterleiter Lars Emrich. „Ein ernstes Thema, das wir auf erfrischende, lustige Weise erzählen.“

Komisches gibt es in diesem Mutmach-Stück genug. Angefangen mit zwei wenig heldenhaften „Superhelden“ bis hin zu wilden Verfolgungsjagden quer über die ganze Bühne.

Die Rolle der Jennifer, die über sich hinauswächst, übernimmt Charlotte Kaufung. Die 14-jährige zeigte vergangenes Jahr ihr Talent beim theatereigenen „Lampenfieber“-Club. Balduin von Au (Angstmän) und Thomas Cronauge (Pöbelmän) sind Ensemble-Profis. Beide werden von Laurentiu Tuturuga in buntglänzende Kostüme gesteckt — nah dran an den Farben eines Comics.

Vor der Bühne sitzt „Klavier-Womän“ alias Karola Brüggemann am Flügel. Die Musik hat Stefan Leibold geschrieben, Ehemann der Regisseurin. Er komponierte Songs für Angstmän und Co. und legte Pingpongbälle auf die Klaviersaiten, um für unheimliche Klänge zu sorgen. „Die Begleitung ist fast wie bei einem Stummfilm“, erklärt Katja Leibold-Büchmann. Zum Beispiel bei Pöbelmäns erstem Auftritt. „Auf jeden Schritt kommt ein Klavierton.“

Auch Tuturugas Bühnenbild hat einen besonderen Dreh. Wände und Möbel sind ein paar Nummern größer als in Wirklichkeit und entsprechen damit Jennifers Sicht der Dinge.

„Angstmän“ ist gedacht für Kinder ab acht Jahren. Für seinen Nachfolger probt Lars Emrich bereits mit einem anderen Schauspielerteam. „Die Schneekönigin“ nach Hans Christian Andersen ist für Kinder ab sechs Jahren. Als Weihnachtsstück hat es Premiere am 7. November und wird bis Januar nächsten Jahres gespielt.

Fest stehen zwei Wiederaufnahmen: „Die fürchterlichen Fünf“ sollen im Frühjahr 2016 auf die Bühne des Berufskollegs zurückkehren, „Die Vorstadtkrokodile“ ab März. Dagegen ist unklar, ob es ein weiteres Projekt des Kinder- und Jugendtheaters mit jungen Flüchtlingen geben wird.