Wuppertal: Alles dreht sich um Manet: Die Welt ist zu Gast in Wuppertal

Wuppertal : Alles dreht sich um Manet: Die Welt ist zu Gast in Wuppertal

Die Ausstellung über den berühmten Impressionisten wurde mit einem Festakt in der Historischen Stadthalle eröffnet.

Wuppertal. „Die Welt ist zu Gast in Wuppertal“, freut sich Dr. Joachim Schmidt-Hermesdorf. Der Vorstandsvorsitzende der Brennscheidt-Stiftung verkündete am Sonntag in einer fast bis auf den letzten Platz gefüllten Historischen Stadthalle die Eröffnung der Manet-Ausstellung im Von der Heydt-Museum.

Die Freude über die dem Erfinder des Impressionismus, Edouard Manet (1832 bis 1883), gewidmeten Ausstellung war beim Festakt auf dem Johannisberg deutlich spürbar. Gilt ihr Zustandekommen doch als extrem schwierige und mindestens ebenso teure Aufgabe. Ein glücklicher Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh bedankte sich denn auch bei allen Beteiligten für ihre Unterstützung, „einen Herzenswunsch möglich zu machen“.

Der „Schlechtwettertag ist ein guter Museumstag“, begann Finckh seine Rede über die Manet-Schau, die die Serie der Impressionisten-Ausstellungen in seinem Haus beschließen soll. Die 51 Werke umfassende Präsentation wäre sicherlich nicht ohne den guten Ruf des Hauses in Sachen Impressionismus und die eigene Sammlung zustande gekommen, die wichtige Leihtauschgeschäfte erlaubt. So ist beispielsweise van Goghs Werk „Kartoffelsetzen“ aktuell in Australien zu sehen und hängen dafür drei Manet-Bilder in Wuppertal, erläuterte der Museumschef. 49 Namen sind auf der stolzen Liste der Leihgeber verzeichnet, von der Albertina in Wien bis zum Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Die Bedeutung Manets skizzierte Finckh anhand der Biografie des französischen Malers. Sein Leben und Wirken war einerseits durch die Auseinandersetzungen mit dem etablierten Kunstbetrieb des Pariser Salon, mit seinem konservativen Lehrer Thomas Couture und mit Kaiser Napoleon III. gekennzeichnet. Anderseits war seine Verbundenheit mit dem Bürgertum prägend, dem er selbst entstammte und für dessen Freiheiten er in seinen Bildern eintrat. „Er wollte für das Bürgertum und gegen den Kaiser malen. Und er malte nüchtern und ohne Pathos.“ Ein wichtiges Anliegen — gerade auch heute.

Die Ausstellung ist zum Erfolg verdammt: „Wir erwarten uns eine stattliche Besucherzahl. Die Ausstellung hat es verdient“, gab sich Schmidt-Hermesdorf zuversichtlich. 80 000 Besucher wollten 2016/17 Degas und Rodin sehen, Pissarro in 2014 sogar knapp 100 000. Von Monets bislang einmaligen 300 000 Besuchern ganz zu schweigen.

Umfangreiches Maßnahmenpaket rund um die Ausstellung

Für die Ausstellung wurde schon frühzeitig die Werbetrommel gerührt: mit einem Infostand im letzten Jahr auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, mit einer Plakatkampagne ab Juni, mit der Möglichkeit zur frühzeitigen Führungsbuchung — bereits jetzt sind über 1000 geplant —, mit (inter-)national besetzten Pressekonferenzen und einer eigenen Veranstaltung für Einzelhändler. Außerdem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, das Angebote für Kinder und Vorträge für Erwachsene umfasst. Der in den ersten Stock umgezogene Museumsshop bietet nicht nur DVD und Katalog zur Ausstellung an.

Ein Angebot, das am Sonntag schon mal ankam. Nach dem Festakt in der Stadthalle, den die Russin Varvara Nepomnyashchaya meisterhaft am Flügel begleitet hatte, strömten die Gäste in Scharen ins Museum — und mussten dort prompt zeitweise Schlange stehen.

Am Dienstag öffnet das Haus für alle Besucher. Die Ausstellung soll bis zum 25. Februar dauern.

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