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16 Künstlerinnen und Künstler bei der zwölften Ausgabe. Preise gehen diesmal an drei Malerinnen.

Vernissage : CityARTkaden: Ladenstraße ist wieder Ausstellungsmeile

16 Künstlerinnen und Künstler bei der zwölften Ausgabe. Preise gehen diesmal an drei Malerinnen.

Der Anblick von Schaufensterpuppen ist dem Besucher der City-Arkaden Wuppertal in Elberfeld vertraut. Seit Sonntag haben sich etwas andere Puppen dazu gesellt. Lothar Weuthen hat ihre Köpfe fotografiert, in Kunstwerke verwandelt, deren leere Blicke ins Nirgendwo gehen. Die Bilder empfangen die Menschen, wenn sie durch den Haupteingang gekommen sind, auf der mittleren Verkaufsebene. Die Ladenstraße wandelt sich zum zwölften Mal zur Kunstmeile, präsentiert bis zum 9. November 16 Kunstschaffende aus der Region. Die Westdeutsche Zeitung ist Medienpartner und war bei der Eröffnung am Sonntag dabei.

Rolf Jessewitsch, Kunsthistoriker und bis vor kurzem noch Direktor des Zentrums für verfolgte Künste in Solingen, freute sich in seiner Laudatio über die hohe Qualität der Künstlerinnen und Künstler, die in den City-Arkaden ausstellen. Eine siebenköpfige Jury hatte sie aus knapp hundert Bewerbungen ausgesucht. Sich am Samstag erneut zusammengesetzt, um drei ein weiteres Mal auszuwählen und mit Preisen zu versehen. Doris Faassen, die raffinierte Akte in verschiedenen Stilen malte, erhielt den Preis von Künstlerbedarf boesner. Die Künstlerin zeigt vier Arbeiten einer Serie, die sie zwischen 2008 und 2015 mit einem Modell erstellte und dabei zu ihrer künstlerischen Position fand. Margit Wölk wurde eine Einzelausstellung in der SpardaBank Wuppertal (Elberfelder Fußgängerzone) zuerkannt. Sie überzeugte mit ihren verzerrten Unterwasserporträts und lud die Besucher ein, sich von vier Arbeiten ihres Zyklus „Abgetaucht“ inspirieren zu lassen. Den mit 2000 Euro dotierten Kunstpreis der SpardaBank überreichte Jessewitsch Irina Gatina- Obrusnik und lobte ihre feinen Landschaftsaquarelle, die von hoher Kunstfertigkeit seien.

„Die leichteste Art, der Kunst zu begegnen“ lautet das Motto der CityARTkaden, die nicht nur Kunst in den Einkaufsalltag der Menschen stellen, sondern auch zum Austausch mit deren Schöpfern einladen, die an einigen Tagen vor Ort sein und ein Künstleratelier bespielen werden. In ihrer Eröffnungsrede hob Centermanagerin Katrin Becker hervor, dass das Format die Menschen erreichen wolle, die sonst nicht den Weg in Museum oder Galerie finden. Damit helfen die CityARTkaden auch den vielen heimischen Kunstschaffenden, die nur wenig Foren haben, um sich zu präsentieren, ergänzte Jessewitsch und wies auf die große Zahl der Bewerbungen hin.

Den Kunstschaffenden
der Region ein Forum geben

Sie haben privat gelernt, studiert, waren Meisterschüler. Sie wurden in der Region, in anderen deutschen Städten oder im Ausland, vielfach im Osten Europas, geboren. Sie malen, zeichnen, fotografieren. Jutta Wagner erstellt als einzige Plastiken. Ihre surrealen Wesen sind weder Mensch noch Tier. Drei Fotografen zeigen ihre Arbeiten – neben Weuthen sind dies Adam Wallach, dessen gespenstische Schwarz-Weiß-Bilder Wege zeigen, die im Nirgendwo verschwinden, und Ulli Steinküller, dessen gefaltete Werke zwei Ansichten verbinden, Geschichten erzählen wie auch seine schwungvoll verschwimmenden Tanzbilder.

Es gibt fein mit Kohlestift gezeichnete Hafenansichten (Natalia Baumeister), farbig-detaillierte Stadtansichten (Annie Synn-Meier) und abstrakte, in kräftigen Farben gehaltene Landschaften (Marianne Pietsch). Oft steht der Mensch im Mittelpunkt, der in der Großstadt oder allein, mal in kräftigen Farben, mal verblasst, mal in Ruhe, mal in Aktion festgehalten wird (Negar Batenipour, Patrick Jaksic, Ralf Schmidt, Angel Richter). Ekaterina Gasmi und Natalia Baumeister steuern fotografisch genau gemalte Stillleben bei. Anita Herzog-Grafs abstrakte Collagen vereinen an Fossilien erinnernde Abdrücke. Der Einkauf kann kommen, die Kunst ist schon da.