1. NRW
  2. Wuppertal

Künstler engagieren sich gegen Albino-Verfolgung in Afrika

Künstler engagieren sich gegen Albino-Verfolgung in Afrika

Künstler aus zehn Nationen zeigten ein bewegendes Programm und den Song „Bodyguard“ für den Verein LaONDA, der sich für Menschen mit Albinismus einsetzt.

Wuppertal. „Man braucht eine gute Seele, um diesen Menschen zu helfen“, sagt die Wuppertaler Künstlerin Hanna Barczat. Die Rede ist von Menschen mit Albinismus in Afrika, umgangssprachlich Albinos genannt. „Wir möchten Menschen für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Cheikh Kane. Gemeinsam mit Hanna Barczat hat er ein Künstlerprojekt ins Leben gerufen.

Das Ergebnis ist der Song „Bodyguard“, dessen Präsentation jetzt ein Spektakel aus Tänzen, Musik und Gesang der verschiedenen Kulturen wurde.

„Sie werden verfolgt, verstümmelt und getötet — auch Kinder“, erzählt Cheikh Kane über die grausame Behandlung der Albinos. Grund dafür ist ein Aberglaube: In vielen Gegenden Afrikas heißt es, aus den Körperteilen dieser Menschen könne man Zaubertränke mit heilender Wirkung herstellen. „Ich konnte es nicht glauben, als ich das gehört habe“, so Barczat. Daher gründete sie die Künstlerinitiative Beautiful Soul, die vom Kulturbüro und vom Kulturfond Wuppertal gefördert wird. Schnell entstand ein großes Netzwerk verschiedener Künstler aus zehn verschiedenen Nationen, die alle ihren Teil beitrugen.

Die CD-Veröffentlichung soll erst der Anfang sein, sagt Kane: „Ich bin zufrieden mit dem Auftakt und hoffe, dass das Projekt jetzt richtig in Gang kommt.“ Der Auftakt war jedenfalls ein Fest: Tänzer Dame zog die Zuschauer mit einer bewegenden Tanzperformance in seinen Bann — und hinein in einen Abend, der gemischter nicht hätte sein können.

Von wilden afrikanischen Trommelrhythmen ging es über weiche Gitarrenklänge zum Klarinettensolo. Sängerin Brenda Boykin brachte das Publikum mit ihrer Stimme zum Jubeln, bevor die Stimmung wieder nachdenklich wurde, als verschiedene Künstler eindringliche Verse vortrugen.

Einiges an diesem Abend wirkte improvisiert, doch gerade das verlieh dem Anliegen der Künstler Authentizität, und das Publikum ging mit, so auch Amiya: „Ich finde es toll, was die Wuppertaler Musikszene zu bieten hat und dass das für so eine gute Sache genutzt wird.“