Kritik an autofreier Zone in der Luisenstraße

Kritik an autofreier Zone in der Luisenstraße

Anwohner lehnen Vorschlag ab. Auch BV sieht Diskussionsbedarf.

Luisenviertel. Es war nur ein Thema am Rande, doch kochte es zwischenzeitlich hoch. Der Vorschlag, die Luisenstraße „autofrei“ zu machen — eine der Siegerideen aus dem Bürgerbudget — stieß am Dienstagabend vor allem bei den Anwohnern auf Kritik. Auch den anwesenden Bezirksvertretern war anzumerken, dass sie da noch einigen Diskussionsbedarf sehen.

Die SPD hatte bekanntlich schon nach Bekanntgabe der Sieger gefordert, die Bewohner des Viertels bei diesem Thema mit einzubeziehen. Überhaupt müsse dazu auch die Bezirksvertretung mit ins Boot geholt werden, erklärte Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius am Dienstag gegenüber der WZ. Ansonsten wollte er sich nicht weiter äußern, da darüber erst in der Politik diskutiert werden soll.

Die Anwohner machten aus ihrer Ablehnung dagegen keinen Hehl. Die Erreichbarkeit der Häuser mit ihren Autos sei notwendig und schon jetzt schwierig. Die Zahl der Außengastronomien sei gestiegen, dadurch fehlten Parkplätze. Im Sommer, so eine Anwohnerin, sei auch noch eine Fläche weggefallen, wo zumindest eingeschränktes Halteverbot herrschte.

Nicht mal das Ausladen von Einkäufen sei mehr möglich, ohne die Durchfahrt auf der Straße zu blockieren. Das wiederum, so ein Vorwurf, machten zum Beispiel die Getränkeanlieferer der Lokale. Einen Eindruck, den auch andere Anwesende bestätigten. Der Ruf nach mehr Kontrollen wurde laut, zumal laut Anwohnern teilweise noch die Bürgersteige etwa durch Außengastronomie zugestellt würden. Kein Durchkommen also für Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Rollatoren oder im Rollstuhl.

Dem widersprachen allerdings die Wirte. Das Ordnungsamt würde genau die Abmessungen der Außengastronomie kontrollieren und bei Verstößen Strafen verhängen. Und was mögliche Parkplätze für den Lieferverkehr angehe, machten die Vertreter des Ordnungsamtes an diesem Abend wenig Hoffnung auf Besserung. Selbst wenn man in der Nebenstraße Plätze anbiete, würden die meisten doch in die Luisenstraße fahren. est