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Krisenstab Wuppertal setzt auf Schnelltestzentren

Unternehmer sollen Unterstützung bekommen : Krisenstab Wuppertal setzt auf Schnelltestzentren

Der Krisenstab Wuppertal ruft privatwirtschaftliche Initiativen dazu auf, dezentrale Schnelltestzentren zu eröffnen.

„Wir brauchen jetzt viel unternehmerischen Mut, um möglichst schnell für unsere Stadt ein flächendeckendes, gut erreichbares Netz von Testzentren aufzubauen“, wird Oberbürgermeister Uwe Schneidewind in einer Mitteilung der Stadt Wuppertal zitiert. „Jede private Initiative erhält die Unterstützung der Stadt bei der Umsetzung der Landesvorgaben.“

Das Land hat die Hürden für den Betrieb von Schnelltestzentren relativ schlank gestaltet: Sie brauchen eine bau- und gewerberechtliche Genehmigung. Außerdem muss das Personal, das die Tests durchführt, eine Schulung absolviert haben, allerdings nicht medizinisch qualifiziert sein, teilte die Stadt mit.

Stadt hofft auf Öffnung und will eigene Möglichkeiten prüfen

Die Stadt erhofft sich mit den Testungen, eine Öffnungsperspektive für Einzelhandel, Kultur, Sport- und Freizeitangebote. „Die Konditionen für die Schnelltestzentren könnten auch eine Chance für Betriebe sein, die derzeit ihre Dienstleistungen nicht anbieten können“, erläutert Krisenstabsleiter Johannes Slawig in einer städtischen Mitteilung, „etwa im Bereich Gastronomie, Events, Fitnessstudios. Dort gibt es bereits viel Kompetenz zum Thema Hygienekonzepte und auch die Räume, um Tests unter Infektionsschutzbedingungen anzubieten.“

Die Stadt werde außerdem mit Hochdruck prüfen, ob städtische Räume für Testzentren genutzt werden können. „Außerdem wollen wir eigene Beschäftigte für konzentrierte Schnelltests in unseren Einrichtungen, etwa Kitas, qualifizieren. Wir müssen jetzt schnell und effizient in die Fläche kommen.“

Infektionszahlen steigen wieder in Wuppertal

Hintergrund der Initiative ist auch die aktuelle lokale Entwicklung der Infektionszahlen. Es habe nach Wieder-Öffnung der Schulen und Kitas auch dort direkt wieder Fälle gegeben, auch mit Nachweis der britischen Variante. Das Gesundheitsamt recherchiere mit Nachdruck nach den Ursachen.

Vernetzung der Testergebnisse auch von Selbsttests

Schneidewind, Slawig und Kühn wünschen sich vom Bund eine zeitnah verabschiedete Bundestestverordnung mit klaren Aussagen zur Teststrategie, den wirtschaftlichen Konditionen für potentielle Betreiber, und vor allem zu möglichen Lockerungsperspektiven für alle Menschen, die sich testen lassen. Außerdem sollten die Ergebnisse der Selbsttests laut Stadt digital verknüpft werden.

Termine im Impfzentrum wahrnehmen

Der Krisenstab spricht sich außerdem zum Thema Impfstrategie eindringlich für eine zügige Erweiterung der impfberechtigten Berufsgruppen aus. „Es ist für alle Beteiligten außerordentlich frustrierend, wenn an einem voll durchgeplanten Impftag für priorisierte Berufstätige die Hälfte der Termine nicht vergeben werden kann, während viele infektionsgefährdete Menschen ihre Impfung sehnlichst herbeiwünschen“, wird der Krisenstab in einer Mitteilung zitiert.

(red)