Kreativer Protest: Kinder sagen Hundekot in Wuppertal den Kampf an

Nordstadt : Kinder sagen Hundekot in Wuppertal den Kampf an

Ronja, Malena und Luzie wollen, dass Herrchen und Frauchen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen. Für die Straße, in der sie wohnen, haben sie sich deshalb etwas Besonderes überlegt.

Irgendwann hat es ihnen gereicht. Als der Baum an der Ludwigstraße ringsum mit Hundekot verschmutzt war, packten die Anwohner an – allen voran die Kinder. „Mich hat das sehr gestört, ich bin auch oft reingetreten“, erzählt Malena (10). Sie hatte die Idee, ein Schild an den Baum zu hängen. „Der Baum von Rose spricht: Die Tiere und ich haben beschlossen, dass es für uns besser wäre, wenn Sie ab jetzt mit Ihrem Hund in den Wald gehen würden“, hieß es auf dem selbst gestalteten Schild, das mittlerweile durch ein neues ersetzt wurde. „Baum von Rose“ ist der Name, den die Kinder dem Baum gegeben haben.

Anwohner sammelte anderthalb Müllsäcke mit Hundekot

Thomas Freimuth hat dieses Schild zum Anlass genommen und es sich zur Aufgabe gemacht, in der Nachbarschaft aufzuräumen. „Anfangs wurde ich belächelt, aber letztendlich wird sich das lohnen“, sagt er. An besagtem Baum habe er gut und gerne anderthalb Müllsäcke voll Hundekot gesammelt und entsorgt.

Die Aktion führte dazu, dass die Nachbarn ins Gespräch kamen und sich seitdem für den Baum verantwortlich fühlen. Die Kinder haben Blumen gepflanzt und Steine bemalt, die nun den Baum zieren. „Wir haben sogar einen Zaun gezogen. Der hielt aber nur etwa zwei Stunden, dann hat ihn jemand rausgezogen“, erzählt Ulrike Schmidt. Sie spreche auch oft Leute an, die ihre Hunde zum Geschäft in das Gebüsch ließen.

Kinder haben viele Ideen für schönere Ludwigstraße

Die zehnjährige Malena wünscht sich eine bessere Straßengemeinschaft: „Es ist schön, wenn sich die Anwohner in den Straßen kennenlernen. Ein Straßenkino wäre cool“. Ihre Mutter Ulrike Schmidt unterstützt die Aktion: „Vielleicht kommen demnächst noch weitere Leute mit anderen Ideen dazu.“ Die Kinder jedenfalls haben eine Menge Ideen, wie sie die Straße verschönern könnten. So könnten sie sich vorstellen, Kräuter anzupflanzen oder Ostereier in den Baum zu hängen. Auch Blumensamen hätten sie schon gekauft.

Peter Funda beschreibt die Aktion als Pilotprojekt. Er hofft, dass sich weitere Menschen engagieren. „Wenn jemand anderes beim nächsten Baum weiter machen würde, das wäre super.“ Ihn freue vor allem, dass die Aktion unabgesprochen so groß geworden sei. Thomas Freimuth wünscht sich mehr Kotbeutelspender im Umfeld. Er beklagt, dass die vorhandenen Spender oft leer seien und zu selten nachgefüllt würden.