Kratzkopfschüler helfen einem Außerirdischen

Nachhaltigkeit : Kratzkopfschüler helfen einem Außerirdischen

Die Verbraucherzentrale kam zum Workshop zu Müllvermeidung mit einer Comicfigur.

Otto Rob wohnt auf einem vermüllten Planeten irgendwo im All. In seiner Not sucht er Rat auf der Erde (ausgerechnet) – und zumindest die Kinder der Grundschule Kratzkopfstraße konnten helfen: Zur aktuellen Europäischen Woche der Abfallvermeidung hieß es an der Ronsdorfer Schule: „Bye bye Bottle! Trink Wasser ohne Plastikabfall“, und hilfreich schien die quirlige Präsentation nicht nur für Aliens.

Otto Rob ist ein Außerirdischer aus Konservendose und Papier und samt Geschichte eine Erfindung der Verbraucherzentrale. Anne Wormland-Ciechanowicz und Karsten Strätz von der dortigen Umweltberatung geben nicht nur in Grundschulen gern praktische Tipps. Am besten, lernen heute auch die Kinder, ist es, Abfall gar nicht erst anfallen zu lassen – also: Vermeiden. Die Jungen und Mädchen zeigten sich da gut präpariert: Mit schicken Mehrwegflaschen in den Händen demonstrierten sie die bessere Alternative; schnöde in einem Kasten landeten dagegen die zerbeulten Wegwerfvarianten.

Nicht nur heute vermitteln Strätz und Wormland-Ciechanowicz umweltgerechtes Verhalten. Schon kommende Woche steht für die Berater der Verbraucherzentrale die nächste Schule auf dem Programm, um dort mehr Verzicht auf Verpackung schmackhaft zu machen. Außer Rob Otto schlummert in ihrem Bestand noch ein kuschliger Kollege: Ein Kaninchen ist gleichfalls unterwegs in Müllvermeidungs-Mission, kommt aber eher bei den ganz jungen Kindern in Kindergärten zum Einsatz.

Zur Vorbereitung der heutigen Aktion hat sich gezeigt, dass an der Ronsdorfer Schule der Mehrweg-Anteil bereits recht gut ist: Um zum Spiel mit Otto Rob schön viel Anschauungsmaterial zu haben, sollten die Kinder Einwegflaschen für besagten Kasten zusammen suchen. „Da gab es gar nicht viel …“, erzählt Lehrerin Danica Belkner mit verschmitztem Bedauern. Ein Glück: Zumindest am Kratzkopf stand Wegwerfware offenbar schon vor der galaktischen Intervention nicht allzu hoch im Kurs.

Bisher muss man wahrscheinlich wirklich Außerirdischer sein, um zu glauben, die Menschheit sei generell ein Vorbild an Müllvermeidung. Aber erste Ansätze sind offensichtlich da.

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