Cronenberg: Kontorgebäude: Alter Bau zeigt modernen Kern

Cronenberg: Kontorgebäude: Alter Bau zeigt modernen Kern

Das Unternehmen Stahlwille hat sein Kontorgebäude zeitgemäß umgestalten lassen.

Cronenberg. Wer das alte Kontorgebäude der Firma Stahlwille von außen sieht, kann sich wohl kaum vorstellen, wie modern es sich inzwischen von innen darstellt. Der Cronenberger Werkzeughersteller hat das historische Bauwerk mit der auffälligen roten Backsteinfassade im vergangenen Jahr von Grund auf entkernen lassen und zu einem multifunktionellen Imageträger umgestaltet.

Impulsgeber der „Gebäude-Revitalisierung“ war Stahlwille-Geschäftsführer Winfried Czilwa, der den Status des 1908 errichteten Bauwerks von „alt und sanierungsbedürftig“ auf „historisch und nutzungsgerecht“ verändern ließ. „Das neue Kontor schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft und macht Werkzeug- und Drehmoment-Technik greifbar“, sagt Czilwa über das neue Markenzeichen des Unternehmens.

Nachdem das Gebäude in den vergangenen elf Jahrzehnten durchweg als Bürogebäude diente, ist es nun hauptsächlich Präsentationsplattform für Kunden. In der ersten Etage ist zudem ein Schulungsraum für Mitarbeiter untergebracht. Umgesetzt hat die Gebäude-Auffrischung das Sonnborner Architekturbüro Schöpf und Partner, das sich auf Bestandsumbauten spezialisiert hat und vor vier Jahren bereits die historische Knipex-Schmiede in ein modernes Schulungszentrum verwandelte.

Seit November präsentieren sich auch die alten Stahlwille-Räumlichkeiten in neuem Glanz und lassen die Kunden auf einem hellen Holzboden inselartig angeordnete Begegnungsstationen erkunden. Sie sind als Hingucker mit design-orientierter Einrichtung wie LED-beleuchteten Arbeitspulten, futuristischen Deckenlampen oder themenbezogenen Wanddekorationen gestaltet.

In einer nostalgischen Ecke mit historischen Firmenfotos können sich Kunden zudem auf die Spuren der Vergangenheit begeben. „Hier wollen wir bewusst auch die emotionale Ebene wecken“, sagt Geschäftsführerin Brigitte Schöpf, die den nur viermonatigen Umbau gemeinsam mit ihrem Architektenkollegen Heiko Schütt geplant und umgesetzt hat.

Während der Charme des Alten durch den Erhalt der ausladenden Deckenhöhen, der historischen Flurfliesen sowie des alten Treppengeländers erhalten blieb, soll die Verwendung vieler hochwertiger Elemente wie Massivholz-Tischplatten oder hölzerner Sitzhocker Innovation und Produktqualität der Werkzeugwaren widerspiegeln. „Das Raumkonzept soll zugleich die Entwicklung der verschiedenen Materialien im Laufe der Jahrzehnte aufzeigen“, verrät Schöpf.

Vor der neuen Raumgestaltung war das 600 Quadratmeter große Gebäude zunächst entkernt, mit neuen Trägern bestückt und mit einer komplett neuen Haustechnik ausgestattet worden. Weil das 108 Jahre alte Gebäude unter Denkmalschutz steht, ist an der Fassade kaum etwas verändert worden. „Zur Umsetzung eines solchen Projekts gehören neben der Konzeption auch Nutzungsanforderungen und Markenbotschaft“, verrät die Innenarchitektin und ergänzt, dass auch bei der kreativen Gebäudeumgestaltung an der Lindenallee die Produkte im Vordergrund gestanden hätten.

So seien die Aufgabenstellungen, was in den Räumen passieren soll, wie die Historie des Unternehmens einfließen kann und wie sich die Produkte möglichst markengetreu zeigen lassen, in großer Runde erarbeitet worden. Dazu hatten neben der Marketingabteilung bewusst auch Produktentwickler und Außendienstmitarbeiter Anregungen gegeben. „Für mich ist das total spannend, ein Gebäude nachhaltig zu revitalisieren und die Geschichte des Unternehmens dabei einzubinden“, sagt Schöpf und verrät, dass es sich beim Stahlwille-Kontor um eine Herzensangelegenheit gehandelt habe.

Alte Fotos und modernes Design schaffen spannende Kontraste. Foto: Stahlwille

Mehr von Westdeutsche Zeitung