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Kommentar: Statt Rauch- und Essverbot - Appell an die Vernunft

Weitere Verschärfungen? : Appell an die Vernunft

Wenn die Wuppertaler die Auflagen besser befolgen, muss man über weitere Verschärfungen gar nicht nachdenken.

Dass Johannes Slawig als Chef des Wuppertaler Krisenstabs einem Rauch- und Essverbot in der Innenstadt eher zögerlich gegenübersteht, ist nachzuvollziehen. Es wäre zum einen ein ziemlicher Eingriff in die Grundrechte und zum anderen auch kaum kontrollierbar. Zudem würde die verbliebene Gastro und ihr „To-go“-Verbot vermutlich leiden. Dass andere Städte in dieser Hinsicht forscher unterwegs sind, ist deren Sache. Dass aber überhaupt so eine Diskussion auch hier aufkommt, liegt wie immer an der Minderheit, die sich an Vorgaben einfach nicht halten will. Wahrscheinlich ist, wenn überhaupt, nur ein Bruchteil derer, die sich demonstrativ die Fluppe in den Mund hängen oder den Döner auf der Hand verspeisen und dabei ohne Maske vor dem Mund durch die Innenstadt spazieren, dem Lager der grundsätzlichen Maskenverweigerer oder gar Corona-Leugner zuzuordnen. Warum fällt es dann aber so schwer, sich zum Essen an den Rand zu stellen oder die Zigarette erst anzuzünden, wenn man die Fußgängerzone verlassen hat? Slawig appelliert an die Vernunft. Mal wieder in Corona-Zeiten. Und nicht immer hat es bislang geholfen, sonst wären die Zahlen nicht so wie sie sind. Schlimm genug, dass bei manchen Bürgern der gesunde Menschenverstand allein nicht reicht – und nur Verbote wirklich greifen.