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Kommentar: Lasst die Apotheken nicht sterben

Kommentar : Lasst die Apotheken nicht sterben

Die Existenz von Apotheken auch in Wuppertal ist keineswegs gesichert.

Zu Beginn der Corona-Krise waren wir doch mehr als froh, dass es sie noch gibt: die Apotheken in unseren Innenstädten. Sie versorgten über ihre Netzwerke zu Großhändlern noch viele Kunden mit Gummihandschuhen, Masken und Desinfektionsmitteln, als Online-Riesen längst bei der erhöhten Nachfrage die Segel streichen mussten.

Überdies hatten die Apothekerinnen und Apotheker ein offenes Ohr für unsere Sorgen, wir konnten sie mit Fragen löchern und sie gaben - soweit es ihnen möglich war - Antworten. Gerade in der Krise weiß man zu schätzen, wenn man einen Menschen vor sich hat und keinen Computer.

Doch die Anzahl der Apotheken ist laut einem Fachmagazin heutzutage so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Und das Apothekensterben - vor allem auf dem Land - geht weiter. Gründe dafür gibt es viele: von mangelnder Unterstützung aus der Politik über ausufernde Bürokratie, hohe bauliche Auflagen bis hin zu verschärfter Konkurrenz aus dem Netz.

Senioren und chronisch Kranke sind im Nachteil

Unterm Strich sind Senioren mit eingeschränkter Mobilität und chronisch Kranke die Leidtragenden. Die Versorgung mit dringend benötigten Arzneimitteln oder individuellen Rezepturen ist gefährdet, wenn das Apothekensterben weitergeht. Ebenso wie die Arzneimittelsicherheit und individuelle Beratung vor Ort.

Geiz ist halt nicht immer geil, Qualität hat ihren Preis. Und sei es auch nur in Form eines Fachgesprächs mit einem Experten.