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Königswürde bei Kaiserwetter

Königswürde bei Kaiserwetter

Detmar Gille ist der neue Schützenkönig von Wuppertal-Beyenburg.

Wuppertal. Detmar Gille (59) ist der neue Schützenkönig von Beyenburg. Die Bruderschaft St. Annae et Katharinae freut sich über Zuspruch. Zwei Stunden zuvor beim großen Festumzug durch Beyenburg hatte der erste Brudermeister der Schützenbruderschaft, Detmar Gille, noch gelacht. "Ich werde nicht König." Dann sieht die Welt anders aus. Mit dem 135. Schuss holte Gille den Vogel von der Stange.

"Das wollte ich eigentlich nicht", sagt der 59-jährige Steuerberater von der Freiheit 54 a. Am 28. Juni feiert er 60. Geburtstag und macht sich so ein besonderes Geschenk.

Beyenburgs Könighat Routine

Als König hat er Routine. Schon 1987 und 1997 war er Majestät. Seine Frau Hiltrud hatte ihn ermuntert, beim Königsschießen mitzumachen. Markus Hückesfeld und Christian Flüss hatten allerdings gute Vorarbeit geleistet.

Der Vogel wackelte bereits schon bedenklich.Spannender war das Prinzenschießen. Jens Schlösser (19) und Patrick Stein (18) waren der Verzweiflung nahe, bis mit dem 206. Schuss der Schüler Patrick Stein als Schützenprinz feststand. Er war 2003 Schülerprinz gewesen. Vor 625 Jahren wurde die Bruderschaft gegründet. Zwar ging die Originalurkunde bei einem Brand verloren, doch gibt es Abschriften.

Die "Alte Rolle", die die Statuten festlegt, wird vor dem Königsschießen verlesen. Über 30 Neuaufnahmen freut sich die Bruderschaft und hat nun über 200 Mitglieder.Waren die Schützen in grauer Vorzeit nötig, um dem streitlustigen Adel Paroli zu bieten, so kümmert sich die Kameradschaft jetzt um soziale Aufgaben. Ein Teil der Einnahmen aus dem Jubiläumsjahr geht an Aidswaisen in Tansania.Die Festwoche hatte schon am Himmelfahrtstag begonnen und wurde gestern nach der der Krönung der Majestäten, der traditionellen Frauenparade mit einem Tanzabend in der Schützenhalle abgeschlossen.

Der drei Kilometer lange Festumzug mit einigen hundert Teilnehmern bei Kaiserwetter war besonders bunt. Nicht nur die Schützengemeinschaft, auch Beyenburger Vereine und auswärtige Vereinigungen zogen mit den Siegelberg hinauf und zur Schützenhalle hinunter. Erstmals stattete Oberbürgermeister Peter Jung dem Fest einen Besuch ab. Beeindruckt hat ihn die hohe Zahl der Neuaufnahmen, aber auch der "Große Zapfenstreich", den er in Beyenburg live erlebte: "Nächstes Jahr komme ich wieder."