Kömödie Wuppertal zeigt "Der Rosenkrieg"

Wuppertal : Der Rosenkrieg: Witzig bis zum bitteren Ende

Stößels Komödie Wuppertal geht mit bissigen Gags in die erste Spielzeit.

„Der Rosenkrieg“ feierte am vergangenen Freitag eine besondere Premiere. Das Stück läutet die erste Spielzeit unter dem neuen Theaterbesitzer Kristof Stößel ein. Nachdem Cordula Polster Ende Juli ihre „Komödie am Karlsplatz“ überraschend aufgegeben hat, geht es nun unter dem Namen „Stößels Komödie Wuppertal“ der Zukunft entgegen. „Der Rosenkrieg“ – wer denkt da nicht an den Kinoknüller mit Michael Douglas und Kathleen Turner. Doch diesen Gedanken konnten die Premierenbesucher im voll besetzten Saal schnell wieder fallen lassen. Regisseur Kristof Stößel hat nicht den falschen Ehrgeiz, sich mit Hollywood zu messen. Lieber vertraut er auf die bühnensichere Adaption des Romans von Warren Adler. Hochkomisch sind seine Darsteller, die in der „Komödie vom Ende einer Ehe“ für mächtig viel Drive sorgen.

Bevor die Post richtig abgeht, wird das Publikum in eine klassische Theatersituation versetzt. Ausgerechnet zur Melodie des Schmachtfetzens „I Will Always Love You“ treten Barbara (Bettina Jerch) und Jonathan (Eric Haug) vor den geschlossenen Vorhang und versuchen zu erklären, wie aus ihrer „höllisch guten Ehe“ eine „Höllenehe“ wurde. Der Versuch geht ziemlich daneben, denn binnen Sekunden kriegen sie sich in die Haare und landen verbal schnell unter der Gürtellinie. Hinter dem Vorhang kommen unschuldige Blümchentapeten zum Vorschein, und der Ehekrieg kann beginnen. Scheinbar harmlos ist auch sein Auslöser. Barbara hat das Hausfrauenleben satt und will sich mit einem Catering-Service selbständig machen. Doch sie hat die Rechnung ohne ihren Gatten gemacht.

Mein Geld, mein Haus, mein Auto – Haugs Jonathan ist ein Egomane reinsten Wassers. Herrlich anzusehen sind seine Grimassen und Zornesfalten. Noch besser ist die Wortgewalt, mit dem er sich in den Schlagabtausch mit seiner Partnerin stürzt. Die steht ihm in nichts nach. Ihre Giftpfeile schießt Bettina Jerch mit zuckersüßem Lächeln ab. Als gegnerische Anwälte sind Niklas Peternek und Safak Pedük die Sekundanten des erbarmungslosen Duells. „Scheidung ist ein schmutziges Geschäft“, verkündet Peternek und setzt noch einen Kalauer oben drauf. Pedük hingegen verzieht kaum eine Miene und kontert – ganz elegante Dame – mit geschliffenen Pointen.

„Der Rosenkrieg“ läuft am Karlsplatz bis zum 16. September und wird am 15. November wieder aufgenommen. Karten kosten 23,50 Euro (1. Preisklasse) bzw. 20,50 Euro (2. Preisklasse). Mittwochs und donnerstags kosten alle Tickets 19 Euro: Tel 26 15 89 21. dad

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