Knetfiguren zeigen Spielplatz-Wünsche von Wuppertaler Kindern

Stadtentwicklung : Knetfiguren zeigen Spielplatz-Wünsche

Noch bietet die Fläche an der Vogelsaue ein trauriges Bild. Kinder wollen das ändern.

Momentan fristet der Spielplatz an der Vogelsaue direkt neben der B7 ein trauriges Dasein: Versteckt hinter Büschen und Bäumen steht ein einzelnes heruntergekommenes Spielgerät. Wenig Anreiz für die dort wohnenden Kinder sich zu bewegen. Deshalb haben sie gemeinsam mit dem Team vom städtischen Spielmobil überlegt, wie ein neu gestalteter Spielplatz aussehen könnte. In einem wunderbaren Stop-Motion-Film haben sie ihre Wünsche mit liebevoll gestalteten Knetfiguren nachgespielt: „Ich brauche eine Rutsche“, sagt eine der Figuren und schleppt gemeinsam mit ihrer Freundin eine Rutsche herbei. „Und ein Karussell“, „einen Basketballkorb“, fordern andere Figuren.

Spielplatzplaner Oshtoud Daghighian hat versucht, all diese Wünsche umzusetzen. „Das war ein wirklich tolles Beteiligungsverfahren, an dem sich durchschnittlich 16 bis 17 Kinder über einen längeren Zeitraum beteiligt haben“, freut er sich. Die Bezirksvertretung Elberfeld-West hat die Neugestaltung des Spielplatzes mit Gesamtbaukosten von 220 000 Euro einstimmig beschlossen, nachdem der Jugendhilfeausschuss diesem Spielplatz schon im Februar eine hohe Priorität eingeräumt hatte.

Im ersten Schritt muss der Spielplatz ausgelichtet werden. Im Laufe der Jahre haben sich dort zahlreiche Büsche und Bäume ausgesät und lassen gar keinen Platz mehr fürs Spiel. Auf der einen Seite soll dann ein Spielbereich für kleine Kinder entstehen, auf der anderen für größere. Innovativ arbeitet Oshtoud Daghighian dabei auch mit kräftig farbigen Flächen. „Ich versuche, eine Formsprache zu finden, die die Kinder anspricht“, sagt er. Rote und blaue Farbflächen – auf den Asphalt aufgetragen – sollen die Bereiche voneinander abgrenzen.

Die eigentliche Gestaltung
soll im Frühjahr beginnen

Außerdem stellt der Planer erstmals in Wuppertal ein sogenanntes Panna-Feld auf. „Einen Bolzplatz können wir dort nicht einrichten, weil der eines Bauantrags bedarf und bestimmte Regeln für den Lärmschutz einhalten muss“, erklärt der Planer. Im Panna-Feld hingegen können höchstens vier Kinder gleichzeitig Ball spielen. Deshalb gilt dieser kleine, runde Käfig als Spielgerät und nicht als Bolzplatz. Daneben kommen ganz nach Kinderwunsch ein Basketballkorb und ein Karussell. Letzteres hat den Vorteil, dass auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Kinder dort ihren Spaß haben.

Der geräumige Sandkasten wird von Sitzelementen aus Beton gesäumt. Darin steht ein Klettergerüst mit mehreren Etagen, das aus einzelnen Würfeln zusammengesetzt ist. Eine Rutsche führt wieder herunter. Auch eine Wippe ist vorgesehen. „Dort kann man auch in der Mitte stehen – die Kinder möchten ja gerne sozial kommunizieren“, erklärt Oshtoud Daghighian. Eine Doppelschaukel ergänzt das Ensemble. Mehrere Sitzbänke mit Mülleimern bieten auf dem ganzen Spielplatz Platz für verschiedene Altersgruppen. Zugänglich soll er von zwei Seiten aus sein. Die eigentliche Gestaltung des Spielplatzes soll im Frühjahr beginnen.

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