Kliniken investieren 160 Millionen Euro in Wuppertal

Gesundheit : Kliniken investieren mehr als 160 Millionen Euro in Wuppertal

Helios hat am Montag mit den Arbeiten für den Abriss der Häuser 6 und 7 begonnen.

Alle fünf Wuppertaler Kliniken investieren derzeit Millionenbeträge in ihren Ausbau. Sichtbar sind neue Bauaktivitäten seit Montag am Helios Universitätsklinikum in Barmen. Die Baustelle für den Abriss der Häuser 6 und 7 ist eingerichtet. Das bedeutet neue Wege für die Patienten „Der gesamte Campus wurde neu beschildert“, berichtet Helios-Sprecherin Janine von Heyking. Die in der Interimszeit wegfallenden Betten gleicht das Klinikum im aufgestockten Haus 4 aus, in dem nun auch die Cafeteria zu finden ist.

Helios investiert nach eigenen Angaben 120 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in das neue Gebäude, dessen Bau nach dem abgeschlossenen Abriss der alten Häuser im Sommer 2020 beginnen und 2023 abgeschlossen sein soll. Dann soll auch das Herzzentrum von der Arrenberger Straße in Elberfeld nach Barmen umziehen. Letzte Maßnahme ist zum Abschluss der Bau eines Helikopterlandeplatzes, ebenfalls 2023. Damit verzögert sich der ursprüngliche Zeitplan um ein Jahr. Das neue Konzept des Hauses sieht kürzere Wege und eine zentrale Anlaufstelle für jeden Patienten vor, der eine Akutbehandlung benötigt

Doppelt verglaste Fenster
gegen den Baustellen-Lärm

In der Übergangsphase werden die Abrissarbeiten Lärm bedeuten. Sprecherin von Heyking versichert aber: „In der Bau-Planung wurde das Thema Lärmschutz von Anfang an berücksichtigt. Nahezu alle Fenster am Standort sind zwischenzeitlich mit hochwertigen, doppelt verglasten Fenstern ausgestattet.“

Das ist wohl nicht schlecht, weil andere Arbeiten bereits parallel laufen. Denn schon im Frühjahr 2020 soll das neue Geburtshaus Barmen auf dem Gelände des Universitätsklinikums eröffnen. 900 000 Euro investiert Helios in die Einrichtung, in der freiberufliche Hebammen Müttern die Möglichkeit schaffen werden, Babys außerhalb des Krankenhauses zur Welt zu bringen.

Auch beim Klinikverbund St. Antonius und St. Josef GmbH stehen die Zeichen auf Ausbau - wenn auch in kleineren Dimensionen. „Wir investieren aktuell rund 40 Millionen Euro in unsere Standorte“, sagt Sprecherin Vanessa Kämper. Noch in diesem Oktober - der offizielle Termin steht noch nicht - soll am Petrus-Krankenhaus in Barmen die neue Intensivstation mit 24 Betten (vorher 18) in Betrieb gehen. „Ende des Jahres werden voraussichtlich die Fachbereiche Nephrologie und Kardiologie zwei Etagen unserer neu entstehenden Norderweiterung beziehen. Diese soll in 2020 komplett fertiggestellt werden“, berichtet Kämper.

In die Norderweiterung soll dann auch die HNO-Abteilung der St. Anna-Klinik in Elberfeld einziehen. Das Jahr 2021 ist neuerdings für diese Umstrukturierung anvisiert. „Der eigentlich geplante Termin 2019 hat sich wegen baulicher Verzögerung am Petrus-Krankenhaus verschoben“, so Kämper. Sorgen um eine Auflösung der ausgedünnten St. Anna-Klinik will die Sprecherin zerstreuen: „Der Standort wird erhalten.“ Zum 1. Oktober 2020 wird die Klinik als Schulstandort mit einer OTA-Schule (operationstechnischer Assistent) und einer Rettungsdienstschule der Feuerwehr erweitert.

Im Krankenhaus St. Josef in Elberfeld, dem „Kapellchen“, ist gerade erst das neue Akuthaus an den Start gegangen. „Seit Ende August wurden hier bisher rund 800 Patienten behandelt, 150 davon stationär“, sagt Vanessa Kämper.

Am Agaplesion Bethesda Krankenhaus im Norden der Stadt wird aktuell für rund zehn Millionen Euro gebaut und geplant, nachdem in den vergangenen zehn Jahren bereits 46 Millionen Euro in den Standort geflossen sind, so Unternehmenssprecherin Maren Esser. Kurz vor der Fertigstellung ist das an die Klinik angegliederte Facharztzentrum, das den Standort an der Hainstraße bereichern soll. Zudem sind neue Räume für einen Linearbeschleuniger, der in der Strahlentherapie eingesetzt wird, und der Ausbau des Komfortzimmer-Angebotes - zusätzliche Patientenzimmer mit hohem Standard - geplant.

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