Klimaneutral: Der Arrenberg geht voran

Klimaneutral: Der Arrenberg geht voran

Der Verein Aufbruch am Arrenberg will zeigen, dass Umweltschutz sich auch wirtschaftlich lohnen kann.

Wuppertal. Jörg Heynkes hat schon einige Ideen umgesetzt. Er sorgte beispielsweise dafür, dass Wuppertal mit seinen rund 150 E-Autos zur Hauptstadt der Elektromobilität geworden ist. Nun gehen er und der Verein Aufbruch am Arrenberg das nächste ambitionierte Projekt an: Der Arrenberg soll das erste klimaneutrale Quartier in einer deutschen Großstadt werden. Das Ziel: Das Quartier soll frei von Kohlendioxid-Ausstoß sein.

Ein erstes kleines Pilotprojekt ist bereits am Start: Mit kleinen Wind- und Wasserkraftanlagen wird die sonst im Dunklen liegende Moritzbrücke beleuchtet. Insgesamt aber ist das Vorhaben viel komplexer: Heynkes: „Eigentlich wollen wir erreichen, dass sich die Bürger am Arrenberg auf den Weg machen, autark zu sein.“ Dabei ist ihm klar: „Über Jahre hinweg wird der Weg das Ziel sein.“

Zu den einzelnen Bausteinen gehören Energieeffizienz, Gebäudesanierung, Energieversorgung, die Anschaffung von Blockheizkraftwerken für Wohnblöcke und die Erneuerung von Heizanlagen, die öffentliche Beleuchtung mit LED und die Mobilität. „Die meisten Autos stehen doch elfeinhalb Stunden nur rum“, sagt Heynkes. Sharing-Projekte könnten da Abhilfe schaffen. Es geht aber auch um Ernährung, um das Thema „essbarer Arrenberg“ mit Stadtgärten (Urban Gardening) und einem kleinen Markt.

Vor allem aber braucht es Heynkes zufolge so etwas wie ein Info-Center, von wo aus die Prozesse gesteuert werden und in dem Dinge erklärt werden können.

Fördergeld gibt es für ein solches Projekt bisher nicht. Aber die Arrenberger suchen schon nach öffentlichen Geldtöpfen und interessierten Stiftungen.

Geplant ist auch, das Projekt von der Bergischen Universität oder dem Wuppertal Institut begleiten zu lassen. Schließlich könnte der Arrenberg beispielgebend für andere Quartiere sein. Wenn der Wandel in Gang kommt, rechnet Heynkes mit einer Reihe von Folgeinvestitionen. „Wir wollen so auch ein Konjunkturprogramm für den Arrenberg auflegen.“

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