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Kleinkind brutal misshandelt, weil es Windeln vollmachte

Kleinkind brutal misshandelt, weil es Windeln vollmachte

22-Jähriger soll den Jungen gequält haben, auf den er aufpassen sollte.

Wuppertal. Nur wenige Tage hat die Mutter ihren kleinen Sohn in Wuppertal zurückgelassen - bei ihrem neuen Lebensgefährten (30) und dessen Mitbewohner (22). Das reichte, dass der zweieinhalbjährige Junge schlimmste Verletzungen erlitt — von Verbrühungen an Gesicht, Brust und Genitalien bis zu einem gebrochenen Unterarm und einer Gehirnprellung. Er wurde bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Die Misshandlungen soll der 22-Jährige dem Jungen zugefügt haben. Weil die Mutter und ihr Freund nicht schnell genug Hilfe holten, sind auch sie angeklagt.

Die 27-Jährige war erst zwei Wochen zuvor nach Vohwinkel gezogen, fuhr dann für einige Tage zurück in ihre Heimatstadt. Ihren Sohn ließ sie in Wuppertal, das noch jüngere Baby nahm sie mit.

Laut Anklage soll der 22-Jährige das Kind in diesen Tagen für Nichtigkeiten gequält haben: Weil er nachts schrie, in die Windeln machte oder seine Mahlzeiten nicht allein aß. Dafür soll er ihn geschlagen, geohrfeigt, geschüttelt und mit heißem Wasser abgeduscht haben. Die Folgen unter anderem: großflächige Verbrühungen, blaue Flecken am ganzen Körper, ein gebrochener Unterarm und durch das Schütteln eine Gehirnprellung, durch die er bewusstlos war. Drei Wochen war das Kind im Krankenhaus, noch immer ist es in einer Reha-Einrichtung. Nur wenn es Glück, wird es keine bleibenden Schäden davontragen.

Der 22-Jährige hatte die Taten in einem Brief gestanden, doch vor Gericht zog er die Aussage jetzt zurück. Er habe die Schuld nur auf sich genommen, weil er Angst gehabt habe, einer der Mitangeklagten könne sich umbringen. Er habe dem Kind nur einmal eine Ohrfeige gegeben.

Stattdessen habe der 30-Jährige die „Bestrafungsaktionen“ und das „Gepiesacke“ durchgeführt — weil der Junge in die Hose machte, sein Bettchen kaputt gemacht habe. Dabei war die Aussage des Angeklagten sehr konfus, er brachte Zeiten durcheinander und machte insgesamt ungenaue Angaben.

Der 30-Jährige widersprach. Er sei in der Zeit kaum zu Hause gewesen, denn er habe für sich und den 22-Jährigen Heroin besorgt, das sie beide rauchten. Er habe den Jungen nur drei Mal kurz gesehen, erst kurz vor der Rückkehr seiner Freundin erkannt, dass er in einem gefährlichen Zustand war — und dann darauf gedrängt, dass ein Krankenwagen gerufen wird.

Für den Prozess sind noch fünf weitere Prozesstage vorgesehen, ein Urteil könnte am 30. Januar fallen.