1. NRW
  2. Wuppertal

Kleines Häuschen wird abgerissen und macht Platz für Cronenbergs Mitte

Projekt : „Kleines Häuschen“ macht Platz für Ortsmitte

Gebäude behindert die Pläne für eine Neugestaltung. In dieser Woche wird es abgerissen.

Cronenberg darf einem Meilenstein auf dem Weg zur Gestaltung eines neuen Ortskerns entgegenblicken. Das „kleine Häuschen“ an der Reformierten Kirche wird in den kommenden Tagen abgerissen. Der Fakt, dass es nur wenige Meter vor dem Eingang der Kirche steht, durchkreuzt die Pläne, einen zentralen Platz für den südlichsten Stadtteil Wuppertals zu schaffen. Bis vor weniger Zeit war es jedoch noch genutzt worden, weil die evangelische Gemeinde vor allem bei schlechtem Wetter einen Raum brauchte, in dem sich etwa Konfirmationsgruppen oder Hochzeitspaare vor dem Einzug aufstellen konnten. Nun ist gleich nebenan ein Ersatz gemietet worden. Ein ehemaliges Versicherungsbüro kann jetzt mit Vorbereitungsraum und Toilette dienen. Das denkmalgeschützte Gebäude erfüllt also die selben Ansprüche wie bisher das kleine Häuschen und soll bald noch durch einen barrierefreien Eingang aufgewertet werden.

Der Bürgerverein treibt
die Planung weiter voran

Die Vision des zukünftigen Kirchplatzes wird also bereits in wenigen Tagen deutlich greifbarer sein, wenn seine Fläche freigegeben ist. Das charakteristische Häuschen vor dem Zwiebelturm hat alle Generationen heutiger Cronenberger aufwachsen sehen, zunächst noch als klassisches Fachwerkhaus und seit der Nachkriegszeit mit „Verkleidung“. Trotzdem wird nicht um sein baldiges Verschwinden getrauert, es überwiegt die Vorfreude auf die Umsetzung der neuen Pläne.

Die Gemeinde zeigt sich mit dem neuen Standort hochzufrieden. Sie kann die Kosten für das Haus, die mit dem eigentlichen Nutzen nicht im Verhältnis standen, nun einsparen und übernimmt jetzt als Verantwortliche für diese Fläche den Abriss.

Danach steht mehr Platz für die neue Ortsmitte zur Verfügung. Der soll noch erweitert werden, indem auf der Wiese neben dem Häuschen zusätzlicher Boden aufgeschüttet wird. So wird die Fläche, die aktuell als Parkplatz genutzt wird, vergrößert, erklärt Rolf Tesche, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV). Die groben Gestaltungspläne des CHBV wurden beim Abschied vom kleinen Häuschen erneut allen Besuchern gezeigt.

Die Interessierten, die gekommen waren, um dem nunmehr bedeutungslosen Gebäude Adieu zu sagen, durften sich Erinnerungsstücke mitnehmen. Auch wurde einigen Liedern der Band „Sound of Joy“ gelauscht, bei denen es doch ein wenig sentimental wurde. Die Gruppe hatte sich 2008 im kleinen Häuschen gegründet. „Nichts bleibt, wie es war“ wurde im ersten Lied gesungen; zumindest wenig wird bald noch wie üblich sein vor der markanten Cronenberger Kirche.

Ob der Platz schon 2021 genutzt werden kann, wenn die nächste Werkzeugkiste steigt und die Reformierte Kirche ihr 250-jähriges Bestehen feiert, ist ungewiss. Fördergelder aus Düsseldorf jedenfalls sind bereits bewilligt, wer den Bau übernimmt, muss sich jetzt in einer Ausschreibung herausstellen. Auf die Stadt wollen die Ehrenamtler vom Bürgerverein bei der Finanzierung nicht angewiesen sein und sich auf diese Weise die Planungsfreiheiten bewahren.

Sobald der Umbau planmäßig umgesetzt wurde, kann Cronenberg auf eine zentrale Veranstaltungsstätte zurückgreifen, auf der zum Beispiel Märkte, Konzerte oder Theaterstücke angedacht sind. Ein entscheidender Schritt in diese Richtung wird nun getan, wenn dieser Tage die Abrissbagger anrücken.