Klein, grau, verspielt – aber schon richtig stark

Klein, grau, verspielt – aber schon richtig stark

Schon wieder Nachwuchs im Wuppertaler Zoo – diesmal bei den Arktischen Wölfen: Sechs Welpen tapsen jetzt durchs Gehege.

Wuppertal. "Mama, wo sind denn die kleinen Wölfe?" Ratlos steht der siebenjährige Tim vor dem Gehege im Wuppertaler Zoo. Sechs kleine Welpen hatte man ihm versprochen - doch alles, was er zu sehen bekommt, sind die erwachsenen weißen Wölfe. Die liegen faul in der Mittagssonne. "Dahinter", sagt Zoo-Direktor Ulrich Schürer "schlafen die Kleinen".

Noch keine sechs Wochen alt sind die Wölfchen, die allerdings noch ein graues Fell tragen. "Das wird erst in ein paar Monaten weiß", verrät Schürer. Er hat die Welpen beim morgendlichen Rundgang noch wild herumtollen sehen. "Essen, trinken, spielen, schlafen - so sehen die Tage der Jungtiere aus", erzählt der Zoo-Direktor. Derzeit ist offensichtlich schlafen angesagt.

Auch Mutter Running Moon gähnt herzhaft. Die Tochter von Micmac, die vergangenes Jahr fünf Tiere auf die Welt gebracht hatte, sieht ein bisschen müde aus. So viele Welpen strengen an. "Eigentlich gibt es jedes Jahr Nachwuchs", sagt Schürer.

Meist zwischen Ende April und Mai kommen die Welpen zur Welt. Dieses Jahr waren sie ein bisschen früher dran - und sind auch noch verhältnismäßig klein. Doch das lässt sich nur erahnen, denn die Tiere wollen einfach nicht hervorkommen.

Ob Männchen oder Weibchen, lässt sich übrigens noch gar nicht sagen. Das Geschlecht der tapsigen Tiere wird erst in zwei Wochen beim Impfen bestimmt. Mit Namen müssen sich die Mitarbeiter des Wuppertaler Zoos gar nicht befassen. "Es gibt großes Interesse an den Tieren - von denen bleibt keines bei uns", sagt Schürer. Die Wölfe aus Wuppertal reisen in die Welt nach Berlin und Norwegen.

Tim hat langsam die Faxen dicke. "Mama, ich will jetzt Babys sehen." Die Mutter nickt. Ein letzter Blick auf die träge Meute im Wolfgehege, dann ziehen sie weiter. Am Nachmittag hatten die Besucher dann übrigens mehr Glück. Zur Fütterung zeigte sich der Wolf-Nachwuchs sehr ausgeschlafen und schon sehr wölfisch.