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Uni-Halle: Klassentreffen mit Nena und viel Konfetti

Uni-Halle : Klassentreffen mit Nena und viel Konfetti

Die Achtziger sind zurück: In Neonshirts, Glitzertretern und Leoparden-Leggings versammeln sich die Fans der deutschen Pop-Königin in der Uni-Halle. „Schön, wenn man unter sich ist“, findet Nena.

Wuppertal. Nena darf wieder erzählen. „Mein Manager hat früher gesagt, ich rede zu viel. Jetzt mache ich, was ich will“, sagt sie und lächelt zufrieden. Also erzählt sie Anekdötchen, spricht auch mal englisch, damit ihre Band sie versteht, ändert spontan die Setlist. Sie ist ohrenbetäubend laut, dann wieder legt sie eine Schweigeminute ein, spielt mit Tochter Larissa und Sohn Sakias eine deutsche Version von Bob Dylans „Blowin’ in the wind“. „Echt schön bei euch“, sagt Nena, immer noch in Nietengürtel und Glitzerboots. „Wer hat schon eine Schwebebahn?“

Uni-Halle: Klassentreffen mit Nena und viel Konfetti

Sie lässt das Licht einschalten, schaut sich ihr Publikum an: „Wer war damals schon dabei? Wer kennt die Texte?“ Sie will Pogo, Konfetti, eine Riesenmenge Konfetti, und — klar — Luftballons.

Uni-Halle: Klassentreffen mit Nena und viel Konfetti
Foto: Anna Schwartz

Und ihr Publikum? Das kennt die Texte. Die alten und die neuen. Es wird lautstark mitgesungen, jede Zeile, es wird getanzt und mit seligem Gesichtsausdruck gewippt, in Glitzerschuhen, Printshirts, Lederjacke und Leggings. Es gibt Nieten, Neonfarben und viel Lidschatten — und das nicht nur bei den Damen unter 30, denn davon sind gar nicht so viele zu sehen.

Diana Lietzbarski ist 43, trägt Sternchenjeans und Sneaker. „Ich war schon zu meiner Schulzeit Nena-Fan. Mein ganzes Zimmer hing voller Poster“, erzählt die Remscheiderin, und ihre Augen leuchten. Sie ist mit ihrer besten Freundin Christina Troja (44) da. Die beiden sind zusammen zur Schule gegangen, jetzt gehen sie zu Nena. Ihr Lieblingslied? 99 Luftballons. „Damit verbinden wir unsere ganze Jugend.“

Das geht nicht nur den beiden so. Die neuen Songs kommen gut an, machen Laune, gehen ans Herz. Aber die alten — die bringen die knapp 3700 Fans in der fast ausverkauften Uni-Halle zum Toben. „Is’ von damals. Und is’ immer noch cool“, moderiert Nena an. Das Sonar von „Leuchtturm“, das Zupfen in „Wunder geschehen“, das sphärische, fast monumentale Intro von „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“, das damals auf den Schulfeten so schön ausgeweitet wurde, machen auch aus den Senioren unter den Fans wieder kreischende Teenies. „Schön, wenn man unter sich ist“, sagt Nena. Sie powert durch, knapp zwei Stunden lang, ohne Pause, ohne sich den Schweiß abtupfen zu müssen.

„Hervorragend. Sie hat keine Schwächen gezeigt“, urteilt nach knapp zwei Stunden Antje Bitta aus Neuss. Die 64-Jährige trägt Leoparden-Leggings und Doc Martens, stilecht. Fünf, sechs Konzerte hat sie bislang gesehen. „Und das war nicht das letzte“, sagt sie und grinst. Am liebsten mag sie „Peter Pan“. Und den Leuchtturm — weil der sie an ihre erste Ehe erinnert.

Auch Frank Bartnick aus Gelsenkirchen ist begeistert. „Mit jedem Lied verbinde ich etwas, Erfahrungen mit Freunden. Das war eines der besten Konzerte“, sagt er, immer noch benommen, und beißt in sein Bratwurstbrötchen. Der 53-Jährige sagt das nicht leichtfertig — immerhin hat er schon 15 Konzerte gesehen: „Es ist toll, dass sie wieder mit den Leuten spricht.“