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Kita-Mangel: Unbetreutes Wohnen in Wuppertal-Ronsdorf

Kommentar : Kita-Mangel: Unbetreutes Wohnen in Wuppertal-Ronsdorf

Die Stadt kommt dem Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung viel zu schleppend nach. Die Eltern müssen das ausbaden.

Im Jahr 2013 wurde der Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung beschlossen. Seitdem rennt die Stadt Wuppertal der Entwicklung hinterher. Nach acht Jahren lässt sich der Eindruck nicht abschütteln, dass die Verwaltung das Sozialgesetzbuch an dieser Stelle eher als unverbindliche Empfehlung versteht. Beispiel Ronsdorf: Seit Jahren gibt es deutlich mehr Kinder als Betreuungsplätze. GMW und Stadtverwaltung planen und planen. Auch der Fachkräftemangel ist keine neue Entwicklung, aber eine beliebte Dauer-Begründung für halbbesetzte Kitas.  Frustrierend ist an der Situation, dass die Politik offenbar nichts ausrichten kann. Ein fordernder Beschluss von SPD und FDP wird wirkungslos zur Kenntnis genommen, ein Fragenkatalog der CDU sicherlich irgendwann brav beantwortet – von Mitarbeitern, die dann noch weniger Zeit für ihr Kerngeschäft haben. Die Opfer sind die Eltern in Ronsdorf. Sie haben einen Rechtsanspruch, was ähnlich tröstlich ist, wie im Straßenverkehr Vorfahrt zu haben und trotzdem gerammt zu werden. In der Konsequenz passiert das, was keiner will: Eltern finden keine Betreuung in ihrem Stadtteil. Darauf haben sie übrigens auch keinen Anspruch. Wer klagt, für den findet die Stadt schon irgendeine Lösung: Ab ins Elterntaxi. Gleichzeitig plant die Stadt in Ronsdorf neue Wohngebiete, will Familien locken. Peinlich jedoch, wenn man ihnen nicht einmal das Minimum von dem bieten kann, was das Gesetz verlangt.