Kita-Leiterin wegen Körperverletzung verurteilt

Justiz : Kita-Leiterin wegen Körperverletzung verurteilt

Der Richter ist überzeugt, dass die Leiterin Kindern ihrer Einrichtung durch harten Umgang körperlichen Schaden zugefügt hat.

Zu einer Geldstrafe von 4400 Euro (110 Tagessätzen) hat das Amtsgericht am Mittwoch die ehemalige Leiterin (62) einer Kita wegen Körperverletzung und Nötigung von Kindern in ihrer Einrichtung verurteilt. „Ich habe keine Zweifel, dass diese drei Taten genau so geschehen sind“, sagte der Richter.

Drei von sieben angeklagten Taten waren übrig geblieben, vier Fälle wurden im Hinblick auf die Verurteilung der übrigen Taten eingestellt. Einmal hat die Angeklagte nach Überzeugung des Richters eine Vierjährige am Arm hoch gerissen, den Stuhl weggezogen und sie dann fallen lassen. Ein anderes Mal hat sie ein Mädchen (4), das sich wegen eines wunden Pos nicht setzen wollte, zum Hinsetzen und Sitzenbleiben trotz Schmerzen gezwungen und einmal hat sie einen quengeligen Dreijährigen heftig am Arm gerissen, um ihn zur Toilette zu bringen.

Zahlreiche Zeugen hatte das Gericht vernommen, auch die inzwischen etwa sechsjährigen Kinder. Ausschlaggebend waren Bilder von blauen Flecken eines Mädchens, bei denen noch Fingerabdrücke zu erkennen waren, die Aussagen von Müttern und einer Praktikantin, die einzelne Handlungen beobachtet hatten. Die Angeklagte hatte die Taten bestritten, mehrere Zeugen bescheinigten ihr einen guten Umgang mit Kindern. In ihrem abschließenden Wort sagte die 62-Jährige: „Wenn irgendetwas passiert wäre, wären die Kinder sicher nicht mehr gern gekommen.“ Der Richter glaubte ihr aber nicht und sagte: „Vielleicht suchen Sie sich eine andere Tätigkeit.“

Erleichtert reagierte eine Gruppe von Müttern auf das Urteil. Eine von ihnen hatte vor zwei Jahren Anzeige erstattet, als sie zahlreiche blaue Flecken an ihrer Tochter entdeckt hatte. Es fanden sich weitere Eltern, denen Veränderungen ihrer Kinder auffielen. Mit Tränen in den Augen berichteten Mütter nach dem Prozess davon, dass sie weit mehr Taten angezeigt hatten, die Kinder auch im Nachhinein litten. kati

Mehr von Westdeutsche Zeitung