Kinderschutzbund: „Ohne Ehrenamtler könnten wir den Laden dicht machen“

Kinderschutzbund: „Ohne Ehrenamtler könnten wir den Laden dicht machen“

Rainer Huss und Kerstin Holzmann vom Kinderschutzbund sprechen über ihr Engagement für Kinder und 40 Jahre Kleiderladen.

Frau Holzmann, Herr Huss, in diesem Jahr gibt es den Kleiderladen des Wuppertaler Kinderschutzbundes 40 Jahre. Geht es Kindern im Tal heute besser oder schlechter als 1975?

Kerstin Holzmann: Das kann man so nicht sagen. Einerseits gibt es heute deutlich mehr staatliche Unterstützung, zum Beispiel durch das Teilhabepaket. Auf der anderen Seite klafft die soziale Schere in der Gesellschaft immer weiter auseinander. So wird Armut und werden die damit verbundenen sozialen Nachteile und Ausgrenzungen den Kindern viel deutlicher vor Augen geführt als früher. Wie helfen Sie Wuppertaler Kindern heute?

Rainer Huss: Mit Beratung wie dem Kinder- und Jugendtelefon, Elterntelefon und ganz konkret bei der Elberfelder Kinder-Ma(h)lZeit. Es gibt unsere Hausaufgabenhilfe, dazu den Eltern-Kind-Treff und viele Beratungsangebote wie die Ambulante Erziehungshilfe, Psychologische Beratung oder auch Elternkurse. Und natürlich gibt es die beiden Kleiderläden des Kinderschutzbundes an der Laurentiusstraße und der Schloßbleiche, die diese Angebote erst möglich machen. Inwiefern?

Huss: Deren Erlöse fließen — genau wie Spenden — in unsere Projekte. Die ambulante Erziehungshilfe wird von der Stadt getragen, doch für alle anderen Angebote müssen wir circa 80 Prozent selbst tragen.

Sprich: Der Verkauf von Kleidung finanziert das Angebot des Kinderschutzbundes?

Holzmann: Wir verkaufen nicht. Wir geben Kleidung gegen eine kleine Spende ab. Und die Mitarbeiterinnen an der Laurentiusstraße und im Kinderkleiderladen „Zum kleinen Elefanten“ an der Schloßbleiche sind auch keine Verkäufer, sondern ehrenamtliche Helferinnen.

Huss: Deren Einsatz ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Ohne unsere Ehrenamtler könnten wir nicht nur den Laden dicht machen. 40 Jahre Kleiderladen: Wird 2015 gefeiert?

Holzmann: Wir haben nicht nur ein Jubiläum — sondern gleich drei: 40 Jahre Kleiderladen in Elberfeld, fünf Jahre Kinderkleiderladen „Zum Kleinen Elefanten“ und 20 Jahre Elterntelefon.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Huss: Neue Mitglieder. Spenden für unsere Arbeit. Und weiterhin engagierte Menschen, die wissen, was Kinder für unsere Stadt bedeuten.

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