Finanzielle Not: Kids on Tour braucht dringend finanzielle Unterstützung

Finanzielle Not : Kids on Tour braucht dringend finanzielle Unterstützung

Erhofftes Sponsorengeld bleibt bislang aus. Die geplante Osterreise für rund 30 Kinder musste bereits abgesagt werden.

. Für den Vohwinkeler Verein Kids on Tour ist es ein schwieriger Jahresbeginn. Zwar hat eine Spende des Wuppertaler Technologieunternehmens Aptiv in Höhe von 635 Euro die finanzielle Situation der Initiative zuletzt etwas entschärft. Andere wichtige Sponsoren seien laut Vorstand aber abgesprungen oder hätten sich nicht mehr gemeldet. Daher muss die für die Osterferien geplante Fahrt nach Mittenwald mit knapp 30 Kindern ausfallen. Die gerade getroffene Entscheidung fällt den Organisatoren schwer – zumal sie den kleinen Teilnehmern die Absage noch möglichst schonend beibringen müssen.

„Ich habe deshalb einen riesigen Kloß im Hals, aber wir haben keine andere Wahl“, sagt Vorsitzende Angelika Tach. Die Reisekasse sei einfach zu knapp. „Dank der letzten Spende, über die wir uns sehr gefreut haben, wäre die Fahrt zwar grundsätzlich möglich, aber wir könnten uns vor Ort noch nicht mal ein Eis für die Kinder leisten“, erklärt die Kids on Tour-Gründerin. Sie und der Vorstand haben jetzt die Notbremse gezogen und die Fahrt auf die erste Herbstwoche verschoben. „Wir hoffen, dass bis dahin noch einige Spenden kommen“, so Tach. Sollte sich die finanzielle Situation bessern, seien für die Osterferien zumindest noch Tagesausflüge denkbar. „Es wäre wunderbar, wenn wir weitere Unterstützung bekommen würden, dann wären die Kinder nicht ganz so enttäuscht“, sagt Angelika Tach. Sie versucht, optimistisch zu bleiben, auch wenn die Rahmenbedingungen derzeit alles andere als optimal sind.

Der Verein musste bereits Ende 2018 einige Herausforderungen meistern. Die traditionelle Wunschkugel-Aktion konnte durch einen Wasserschaden nicht im gewohnten Ladenlokal im Vohwinkeler Zentrum durchgeführt werden. Glücklicherweise fanden die Wunschzettel der Kinder im Nachbargeschäft eine neue Heimat. Doch auch hier kam es aus gesundheitlichen Gründen zwischenzeitlich zu einer Schließung. Zumindest konnten am Ende alle Herzenswünsche erfüllt werden. Laut Vereinsvorstand seien aber bereits zugesagte Spenden bisher ausgeblieben. „Es ist im Moment irgendwie verkorkst“, erzählt Tach. Sie hat den Verein vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen.

Tach will den Vereinsvorsitz eigentlich abgeben

Derzeit betreut die Initiative rund 30 bedürftige Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Grundsätzliches Ziel der Initiative ist es, die jungen Betroffenen aus ihrem oft tristen Alltag herauszuholen und ihnen besondere Angebote zu ermöglichen. Dazu gehören Tagesausflüge und kleinere Reisen. Diese führten die jungen Teilnehmer unter anderem in die Berge oder an die See. Um die Freizeitangebote zu ermöglichen, müssen die engagierten Mitglieder immer wieder auf Spendensuche gehen und manchen Rückschlag einstecken. „Es bleibt ein Auf und Ab“, sagt Angelika Tach. Sie ist selbst gesundheitlich angeschlagen und will den Vorsitz eigentlich abgeben. „So lange sich niemand findet, mache ich aber für die Kinder weiter“, erklärt die 65-Jährige. Auch nach mehr als zehn Jahren kann sie nicht begreifen, dass in einem so reichen Land wie Deutschland viele Familien an und unter der Armutsgrenze leben müssen. „Für einen Fußballverein werden hunderttausende Euros gespendet, aber die Kinder gehen oft leer aus“, ärgert sich die Vorsitzende.

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