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Kickboxer Özkan Köse: Das Leben vor dem Kampf

Kickboxer Özkan Köse: Das Leben vor dem Kampf

Zum Showdown in der Stadthalle will Kickboxer Özkan Köse perfekt vorbereitet sein.

Wuppertal. So richtig nach Basketball sieht das nicht aus, was ein paar Jugendliche dort in der Sporthalle im Elberfelder Haus der Jugend spielen. Schrittregeln scheinen außer Kraft, getippt wird nur, wenn es gerade cool aussieht und kleine Fouls nach dem Motto "hart aber herzlich" gehören offensichtlich auch irgendwie dazu. "Rugby-Basketball", nennt das Özkan Köse. Der 34-Jährige, der unter den Körben kräftig mitmischt, trainiert zweimal pro Woche mit dieser illustren Truppe, wobei Rugby-Basketball lediglich zum Aufwärmen dient.

Eigentlich geht es um Kampfsport. Und da genießt der dreifache Kickbox-Weltmeister und fünffache Europameister Köse uneingeschränkte Autorität. Wobei es dem "Lehrmeister" an diesen Abenden eigentlich nur in zweiter Line um Kickboxen geht, sondern vielmehr um Jugendarbeit. "Ich habe im Laufe der Zeit schon viele problematische Jugendliche trainiert. Jungs, die teilweise sehr aggressiv waren, oder schon auf die schiefe Bahn geraten waren", berichtet der Lizenztrainer. Über den Spaß am Sport hätten sich dann aber viele der Jugendlichen sehr zum positiven hin verändert.

Diese eher lockeren Trainingsabende waren in den vergangenen Wochen eine schöne Abwechslung für Köse, der mitten in den Vorbereitungen für einen der größten Kampfabende seiner Karriere steht. Am Ostersamstag wird er in der Historischen Stadthalle um den vakanten Thaibox-Titel des wichtigen Weltverbands WFCA kämpfen. Und für den großen Showdown in seiner Heimatstadt will Köse perfekt vorbereitet sein.

Seit sechs Wochen befindet er sich in der heißen Phase der Wettkampfvorbereitung, trainiert seitdem zwei bis dreimal mal pro Tag, etwa 20 Stunden die Woche. Angefangen vom morgendlichen Jogging, über Kraft- und Techniktraining bis zum Sparring. Ab heute ist dann Regeneration angesagt, dann findet um 16 Uhr auch das offizielle Wiegen im Intercity-Hotel statt.

Vor seinem Gegner, dem in Regensburg lebenden Alban Ahmeti hat Köse Respekt: "Er hat gute Beine - da muss ich aufpassen. Aber boxerisch bin ich stärker als er. Darüber will ich den Kampf entscheiden." Ein Event dieser Klasse mit diesen internationalen Top-Kämpfern der K-1 Szene habe in Deutschland noch nicht stattgefunden, verspricht der Veranstalter S-8 Thaiboxing.

Dessen Marketing-Mann Heinz Günther spricht von der Championsleague des Kampfsports. Einer Sache, die man nicht mit einer Turnhallenveranstaltung vergleichen könne. Hochklassiger Sport und ein tolles Rahmenprogramm sollen in besonderem Ambiente zu einer spektakulären Show mit einander vermischt werden. Deswegen sei man auf die Stadthalle als Austragungsort gekommen. Vor wenigen Tagen schaute sich Köse das "Schmuckkästchen der schönen Künste" erstmals von innen an und war beeindruckt. "Hier wird sicher eine sensationelle Stimmung herrschen." Schwergewichtler Stefan Leko hat abgesagt.