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Kfz-Mechatroniker: Der Ferrari unter den Ausbildungs-Berufen

Kfz-Mechatroniker: Der Ferrari unter den Ausbildungs-Berufen

Keine Ausbildung im Handwerk ist beliebter als die zum KfZ-Mechatroniker. Wer sich reinhängt, dem winkt ein sicherer Job.

Wuppertal. Nach der Gesellenprüfung ist vor dem Meisterbrief — so könnte man den bekannten Ausspruch des Fußball-Urgesteins Sepp Herberger auf die Situation der 42 jungen Kfz-Mechatroniker übertragen, die am Sonnabend von Reiner Schnorr, Innungsobermeister des Wuppertaler Kfz-Handwerks, nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung losgesprochen wurden. Kaum einer der frischgebackenen Gesellen will sich auf seinen Lorbeeren ausruhen: Die meisten peilen den Meister an. Doch vorher geht’s erst einmal in die Werkstatt — um Erfahrungen zu sammeln.

„Der Gesellenbrief ist nicht das Ende“, meint Lukas Kittler. Der 20-Jährige wurde zwar nicht von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen — dieses Glück hatte nur die Hälfte des aktuellen Jahrgangs —, dafür hat der Kfz-Mechatroniker bei einem anderen Unternehmen einen Job in der Tasche. Jetzt heißt es für den Auto-Begeisterten erst einmal: ran an die Berufspraxis in der Werkstatt. Denn auch ohne Meisterbrief gilt: Als Kfz-Mechatroniker habe man nie ausgelernt, findet Aaron Hentz — der technische Fortschritt sei immens. „Es ist erstaunlich, welche Entwicklungen wir allein schon während unserer Ausbildungszeit mitbekommen haben“, stimmt Kittler zu. Im vergangenen Jahr habe der Autohersteller Ford etwa seinen Ein-Liter-Dreizylinder-Motor auf den Markt gebracht.

Birgit Behrens, Geschäftsführerin des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, über die Notwendigkeit, mit den raschen Innovationen der Kfz-Branche Schritt zu halten.

„Wer erfolgreich sein will, der muss aktuell unterwegs sein“, rät da Birgit Behrens, Geschäftsführerin des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Auch das Studium ist für viele Gesellen eine reizvolle Berufsperspektive — immerhin sei der Meister gleichrangig wie ein Abitur, betont Schnorr. Nur mit dem neuen Ausbildungsberuf des Servicemechanikers, den man auf dem Weg zum Meister durchlaufen muss, können viele noch nichts anfangen: „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, findet Kittler. Dann doch lieber den Meister dranhängen.

Kfz-Mechatronikern stünden alle Türen offen, unterstreicht Schnorr. Kein Wunder also, dass der Job immer noch sozusagen der Ferrari unter den handwerklichen Ausbildungsberufen ist — auch in Wuppertal ist er für junge Schulabgänger der beliebteste. „Wer gute Leistungen erbringt, der hat gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz“, findet der Innungs-Chef. Das sieht auch Marc Neumann so. Der Jahrgangsbeste bereut die Ausbildung nicht: „Kfz-Mechatroniker ist ein attraktiver Beruf mit vielen Chancen.“