Keine Impfpflicht in Wuppertaler Kitas Keine Impfpflicht in Wuppertaler Kitas

Betreuung : Keine Impfpflicht in Wuppertaler Kitas

Sollen Kinder geimpft werden oder nicht? Immer wieder wird das diskutiert, insbesondere, wenn zum Beispiel mehrere Masern-Erkrankungen auftreten.

Nach Berichten der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung WAZ hat jetzt die Essener Kinderbetreuung Behrwind gUG mit insgesamt fünf Einrichtungen mit dem Elternrat die Impfpflicht beschlossen. Leiterin Jule Behrwind erklärte laut dem Bericht, dass sie überwiegend kleine Kinder bis drei Jahre betreuen, diese besonders anfällig seien. Die Impfpflicht richte sich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts.

In Wuppertal reicht die vorgeschriebene Impfberatung

In Wuppertal ist eine Impfpflicht in Kitas kein Thema: „Bei uns gibt es keine Pflicht“, sagt auf WZ-Anfrage Michael Neumann, Leiter des Wuppertaler Stadtbetriebs Kindertageseinrichtungen. Ihm ist auch nicht bekannt, dass ein Träger in Wuppertal auf einem Impfnachweis besteht. Marion Grünhage, Geschäftsführerin der Diakonie Wuppertal Ev. Kindertagesstätten gGmbH, erläutert: „Eltern müssen bei uns einen Beleg über eine Impfberatung durch den Kinderarzt vorweisen, das ist gesetzlich so vorgeschrieben.“ Die Entscheidung, ob die Kinder geimpft werden, liege aber bei den Eltern. Das betont man auch bei Kita Concept, einem privaten Träger, der mehrere Kitas in Wuppertal betreut.

Auch Martin Künstler vom Verband „Der Paritätische“, dem sich viele Elterninitiativen angeschlossen haben, sagt: „Mir ist nicht bekannt, dass Einrichtungen die Aufnahme von Impfungen abhängig machen.“

Und Beate Milpetz von der Initiative Wuppertaler Tagespflegepersonen sagt: „Das Thema Impfen stand meines Wissens bislang in unseren formellen Zusammenkünften noch nicht zur Diskussion.“ Sie weist darauf hin, dass Tageseltern überwiegend Kinder unter zwei Jahren betreuen, oft Kinder unter einem Jahr. Daher sei es normal, dass viele der betreuten Kinder noch keine vollständige Grundimmunisierung hätten. Wegen der aktuellen Diskussion wolle man das Thema dem Stadtbetrieb zur Behandlung bei einem der nächsten Vernetzungstreffen vorschlagen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Babys unter anderem gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten zu impfen, Kleinkinder gegen Masern, Röteln und Mumps. Insbesondere die Impfungen gegen Masern, Röteln und Mumps werden immer wieder diskutiert.

Nach Auskunft des Gesundheitsamts hat es in Wuppertal in den letzten Jahren nur wenige Erkrankungsfälle gegeben. So gab es zuletzt 2016 einen Fall von Röteln, Mumps trat seit 2015 17 Mal auf, Masern gab es 2015 viermal, 2016 einmal. „Wir haben bisher selten solche Ausbrüche wie in anderen Städten“, sagt Dr. Axel Kemmler vom Gesundheitsamt. kati

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