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Keine Gesamtschule im Wuppertaler Arthotel

Stadtentwicklung : Keine Gesamtschule im Arthotel

Der Kaufpreis ist der Stadt zu hoch und noch gestiegen. Nun sind zwei andere Flächen im Gespräch.

Wuppertals 7. Gesamtschule wird nicht im Arthotel entstehen. Das ist das Ergebnis der Kaufverhandlungen der Stadt mit dem Eigentümer des Gebäudes. Demnach sollen die Preisvorstellungen so weit voneinander entfernt sein, dass das Gebäude in Heckinghausen nicht mehr als Schulstandort in Frage kommt.

Auf Anfrage der WZ bestätigt Stadtkämmerer Johannes Slawig, dass kein Kaufvertrag über das Gebäude an der Bockmühle zustande kommen wird. Über Preise sagt er nur soviel, dass die Vorstellungen schon zu Beginn der Gespräche weit auseinander lagen und der Eigentümer seine Forderung dann auch noch nahezu verdoppelt habe. „Das können wir nicht bezahlen“, sagt der Kämmerer.

Dass es in Wuppertal eine 7. Gesamtschule geben wird, ist eine vom Stadtrat längst beschlossene Sache. Einigkeit herrscht auch darüber, dass sie im Raum Heckinghausen entstehen soll. Deshalb lag die Nutzung des lange schon leerstehenden Arthotels auf der Hand. Dessen Eigentümer hatte das Gebäude zunächst an das Land NRW vermietet. Es diente Flüchtlingen als Unterkunft. Aus dem Vertrag hat das Land sich inzwischen heraus gekauft, nachdem klar wurde, dass die Unterkunft nicht mehr benötigt wird. Die Zukunft des stadtbildprägenden Gebäudes steht nun wieder in den Sternen.

Aber das ist nicht das Thema des Wuppertaler Rathauses. Hier gilt es, einen alternativen Standort für die Gesamtschule zu finden. Sie ist notwendig, um die Nachfrage der Eltern zu befriedigen, die sich diese Schulform für ihre Kinder wünschen. Entsprechend breit war die Mehrheit für den Schulbau, den Kämmerer Slawig mit einer Investitionssumme von 60 Millionen Euro plant. Noch. Je nach Standort kann die Summe steigen.

Beide Alternativ-Grundstücke haben Vor- und Nachteile

Denn eine Alternative zum Arthotel ist eine Fläche an der Badischen Straße. Sie hat den Vorteil, dass sie nur einen Steinwurf von der Bockmühle entfernt liegt. Aber sie hat auch Nachteile. Zum einen ist das die Hanglage, die Bauen laut Slawig grundsätzlich schwieriger und damit teurer macht. Zum anderen gehört zum Gelände auch ein Kleingarten, der für die Schule weichen müsste.

Beide Probleme gäbe es an der Spitzenstraße in Langerfeld nicht. Aber die ehemalige Gewerbefläche liegt verhältnismäßig nah an der schon bestehenden Gesamtschule im Stadtteil. Deshalb ist Schuldezernent Stefan Kühn nach eigenem Bekunden auch noch unentschlossen, was die richtige Wahl für die neue Schule sein soll. „Das Arthotel wäre ideal gewesen. Nun haben wir zwei 1-B-Varianten“, sagt er. Für beide gebe es Für und Wider.

Für den Bezirksbürgermeister von Langerfeld, Eberhard Hasenclever (SPD), ist das wichtigste, dass die Gesamtschule überhaupt errichtet wird. Das sei die Stadt den Eltern und den Kindern schuldig. Auch Hasenclever ist mit der Standortfrage schon lange betraut, er kennt beide Grundstücke sehr gut mit all ihren Vor- und Nachteilen. „Wir nehmen demnächst in der Bezirksvertretung die Beratungen auf“, kündigt er an. Für den Bezirksbürgermeister ist das Ergebnis noch völlig offen.

Der grüne Ratsherr und Bürgermeister Marc Schulz hingegen hat einen Favoriten. Er sähe die 7. Gesamtschule gern an der Badischen Straße, schon wegen der Nähe zur ursprünglich geplanten Adresse. Aber für die Grünen sprechen auch wirtschaftliche Gründe für die Badische Straße. „Die Fläche an der Spitzenstraße eignet sich für Gewerbe“, sagt Schulz. Hier habe die Stadt ohnehin Bedarf, und vorhandene Flächen zu nutzen, sei umweltschonender als Gewerbeflächen auf der Grünen Wiese.

Geplant ist der Neubau der Gesamtschule in Abschnitten bis 2024. Unabhängig davon, ob die Kosten durch die Wahl des Grundstückes noch steigen, ist die Finanzierung des Projektes noch nicht ganz geklärt. Slawig hatte in die aktuell für 60 Millionen Euro geplante Investition 7,7 Millionen Euro aus dem Integrationsfonds des Bundes eingerechnet, den das Land auf die Kommunen verteilt. „Aber jetzt darf das Geld nicht mehr für Investitionen ausgegeben werden. Es muss in Integrationsarbeit fließen“, sagt Slawig.