Kein Langer Tisch zum Jubiläum

Zum 90. Geburtstag der Stadt Wuppertal wird es 2019 wegen Sicherheitsbedenken voraussichtlich keine Neuauflage der Veranstaltung geben.

Kein Langer Tisch zum Jubiläum
Foto: Uwe Schinkel

2019 - das Jahr, in dem Wuppertal seinen 90. Geburtstag feiert, scheint noch weit weg zu sein. Größere Ereignisse wie ein runder Geburtstag brauchen aber immer einen gewissen Vorlauf. Die Veranstaltungen für das Engelsjahr 2020 werden bereits konkret geplant. Doch Aussagen zum 90. Geburtstag der Stadt lassen sich der Verwaltung und dem Stadtmarketing bisher kaum entlocken.

Bislang wurden seit 1989 die Geburtstage der Stadt alle fünf Jahre mit dem „Langen Tisch“, einem großen Stadtfest, gefeiert. Wuppertaler Bürger, Unternehmen und Vereine sind dabei aufgerufen, ihre Tische rauszustellen und so einen langen Tisch von Vohwinkel bis nach Oberbarmen zu bilden. An zahlreichen Orten wurden kleine Bühnen aufgebaut und Straßenkünstler waren auf der 14 Kilometer langen Meile unterwegs. 2014 kamen an die 250 000 Besucher auf die Festmeile.

Ob es zum 90. Geburtstag der Stadt Wuppertal aber wieder so ein Event geben wird, ist fraglich. „Es gibt Überlegungen, über die aber noch nicht öffentlich diskutiert wird“, sagt Martin Bang, Geschäftsführer vom Wuppertal Marketing. Es seien noch keine Eckpunkte zu greifen. Bang verweist auf das Frühjahr 2018.

„Die Sicherheitslage hat sich seit Nizza und Berlin massiv verändert“, sagt Bang. Bereits bei der Eröffnung der B7 wäre bei der Polizei und der Feuerwehr die Frage aufgekommen, wie man ein so großes Fest wie den Langen Tisch sichern könne. „14 Kilometer sind eine unheimlich lange Strecke“, sagt Bang.

Es müsse geprüft werden, ob es realistisch ist, ein solches Fest auszurichten, auch finanziell. Zudem gebe es eine neue Situation durch die neue Verkehrsführung der B7. „Wir müssen das komplett neu planen“, sagt Bang und kündigt an, dass es kein „Copy&Paste“ des Langen Tisches von 2014 geben werde.

Hans Jürgen Vitenius, Bezirksbürgermeister in Elberfeld, beobachtet, dass in den Bürgervereinen eine Zurückhaltung besteht. „Es gibt einen großen Respekt vor den Sicherheitsvorkehrungen.“ Es traue sich noch niemand das Thema anzupacken, sagt er.

Heinz-Willi Riedesel, Unterbarmer Bürgerverein

Heinz-Willi Riedesel, Vorstand des Unterbarmer Bürgervereins, glaubt, dass die Stadt den Langen Tisch in der bisherigen Form nicht mehr realisieren wird. „So viele Wasserbehälter und Lkw gibt es gar nicht, um die Strecke zu sichern“, sagt er. Die Sorge um die Sicherheit treibe die Veranstalter um. Die Auflagen seien bereits nach der Love Parade in Duisburg sehr hoch gewesen. Seit dem Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt seien sie kaum noch umsetzbar.„Die Stadt müsste jede Nebenstraße absperren“, sagt er. Auf der anderen Seite müsse es Fluchtwege geben, falls auf der Feier etwas passiert.

Riedesel kann sich vorstellen, dass es zwei Schwerpunkte zum Feiern geben könnte, einen in Elberfeld und einen in Barmen. Ein Ort der Veranstaltung könnte der historische Teil der Allee sein. „Das hätte den Vorteil, dass der Lange Tisch gut abzusperren wäre ohne den Durchgangsverkehr zu behindern“, so Riedesel.

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