Kein Bauunternehmen will Wuppertaler Schulsporthallen bauen

Bauarbeiten : Stadt bleibt auf Bauplänen sitzen

Ausschreibung für Sporthalle Nevigeser Straße stößt bei Unternehmen auf kein Interesse.

Mit Kosten von acht bis zehn Millionen Euro rechnet die Stadt für den Bau einer Dreifach-Sporthalle und einer zusätzlichen Turnhalle an der Nevigeser Straße. Doch bisher hat sich keine Hochbaufirma gefunden, die den Auftrag übernehmen will. Eine erste Ausschreibung für den Hochbau blieb ohne Ergebnis.  Damit verzögert sich die Fertigstellung der Sportstätten, auf die die Schüler der Gesamtschule Uellendahl/Katernberg und der angrenzenden Gemeinschaftsgrundschule Kruppstraße schon seit Jahren warten,  um weitere Monate. Der Bau der Turnhallen  soll 2020 abgeschlossen sein. Der Sportunterricht findet bisher in anderen Hallen  statt, was für die Schüler mit längeren Wegen verbunden ist.  Da die Kapazitäten in der Stadt knapp bemessen sind, musste eine Sporthalle in Neviges angemietet werden.

Sechs Unternehmen hatten nach der Ausschreibung des Bauvorhabens durch das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) die erforderlichen Unterlagen angefordert, aber keine der Firmen hatte dann ein Angebot abgegeben.

„Das ist schon bemerkenswert, bei einem Bauvorhaben in dieser Größenordnung“, sagt GMW-Chef Hans-Uwe Flunkert, der schon mehrfach darauf hingewiesen hat, dass der anhaltende Boom in der Baubranche Probleme für städtische Bauvorhaben mit sich bringt. Das liege auch an den vielfältigen Auflagen, die bei öffentlichen Bauvorhaben einzuhalten seien. Da die Auftragslage für die Branche sehr gut sei, zögen die Unternehmen Aufträge aus der privaten Wirtschaft vor. Bittere Erfahrungen hatte das GMW zuletzt bei der Ausschreibung für ein Radhaus am Döppersberg gemacht. Auch hier ging zunächst kein brauchbares Angebot von den Bauunternehmen ein, das Projekt wurde später vom Rat mehrheitlich abgesagt.

Damit ist beim Bau der Sporthallen an der Nevigser Straße nicht zu rechnen.

Im nächsten Schritt hat das GMW die Ausschreibung um zwei Monate verlängert -  mit der Hoffnung, dass sich zumindest zwei Bewerber mit einem Angebot melden. Danach besteht noch die Möglichkeit, Firmen gezielt um die Abgabe eines Angebots zu bitten. Als einzige Alternative bleibe dann noch die freie Vergabe, so Flunkert. Derweil laufen die Tiefbauarbeiten nach einem relativ milden Winter weiter im Plan. Der Zeitverlust ist aber auch aus wirtschaftlichen Gründen ärgerlich, denn die Stadt muss  seit Jahren eine kontinuierliche Baukostensteigerung einkalkulieren.

Finanziert werden die Sporthallen über das Programm Gute Schule

Der Bau der Sporthallen resultiert aus einem Ringtausch, an dem der Wuppertaler SV und Einzelhändler Lidl beteiligt sind. Lidl baut einen Markt mit einer Gesamtfläche von 1300 Quadratmetern auf dem Grundstück des ehemaligen Jugendzentrums des Wuppertaler SV. Für das Grundstück hatte Lidl der Stadt 3,2 Millionen Euro gezahlt. Mit dieser Summe finanziert die Stadt den Bau von Kunstrasenplätzen am Zoo und am Nocken und den Umbau der alten Turnhalle auf dem Stadiongelände zum neuen Jugendzentrum des WSV. Das Geld für die Sporthallen kommt aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Trotz der Engpässe im Baugewerbe will das GMW  das Projekt wie geplant umsetzen. Vom Abruf der Mittel bis zur Fertigstellung eines Projektes bleiben vier Jahre Zeit, bevor die Förderung durch das Projekt Gute Schule verfällt. Weitere 125 000 Euro für die Ausstattung will die Stadt über die Sportpauschale finanzieren.

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