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Katholische Kirche will Johann Gregor Breuer in Wuppertal bekannt machen

200. Geburtstag : Katholische Kirche will Johann Gregor Breuer bekannt machen

Anlässlich des 200. Geburtstags gibt es ein umfassendes Programm. Der Auftakt zum Jubiläumsjahr gibt es bereits am Donnerstag.

Johann Gregor Breuer hat in Elberfeld viel Gutes bewirkt: Er gründete den Gesellenverein, aus dem später das Kolpingwerk hervorging, sowie diverse Mädchen-, Frauen- und Gesangsvereine, einen Sparverein und die Gesellschaft Parlament. Außerdem gehörte er zu den Initiatoren des ersten Elberfelder Krankenhauses (St. Josef) und der Kirche St. Suitbertus. Trotz seines umfangreichen Wirkens ist Breuer jedoch wenig bekannt. Das will die Katholische Kirche Wuppertal ändern. Sie feiert den 200. Geburtstag von Johann Gregor Breuer am 20. November 2021 mit einer Vielzahl von Veranstaltungen unter dem Motto „Christ/Pädagoge/Netzwerker/Visionär“.

„Breuer war ein sehr engagierter Christ, seiner Zeit weit voraus. Er hat exemplarisch das gelebt, worauf es ankommt“, lobt Stadtdechant Bruno Kurth. „Und er hat nie alleine gehandelt, sondern immer mit anderen gemeinsam.“ Als Lehrer der katholischen Mädchenschule in Elberfeld fiel Breuer auf, dass viele Jugendliche aus der Unterschicht nach ihrem frühen Verlassen der Schule verlotterten und sie in schlimmen Arbeitsverhältnissen ausgebeutet wurden. Mit seinen Vereinen wollte er die Jugendlichen auffangen, ihnen Halt und christliche Orientierung geben.

Auch Schüler beschäftigten
sich mit dem Ennepetaler

Dazu organisierte er gemeinsame Lesestunden, Diskussionen, Chorproben, Vorträge, aber auch eine „Näh- und Strickschule für arme Mädchen“. „Kannst du was Gutes tun, so unterlaß es nicht; so viel du nur vermagst, so viel ist deine Pflicht!“, lautete sein Lebensziel. In seinem Gesellenverein arbeitete auch Priester Adolph Kolping mit, der selbst vorher als Schuhmacher das Elend der Handwerksgesellen erlebt hatte. Er trug Breuers Idee des Gesellenvereins nach Köln und später in die Welt hinaus.

Die Familie von Breuer hält ihren Vorfahren bis heute hoch in Ehren: „Seine Bilder hingen im Haus meiner Großeltern und in der Familien wurden die Geschichten oft weitererzählt“, erinnert sich Thomas Taxacher, Pfarrer am Altenberger Dom und Ur-Ur-Urenkel von Johann Gregor Breuer. Die Familie übergibt ihr privates Breuer-Archiv jetzt ans Wuppertaler Stadtarchiv, wo sich das Original von dessen Autobiografie schon länger befindet.

Esther Dufner, Referentin des Stadtdechanten, hat für das Breuer-Jahr ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Den Auftakt bildet eine Online-Diskussion am 26. November 2020. Im August 2021 soll dann ein Festakt beim Laurentiusempfang folgen. Schüler der St.-Anna-Schule brachten mit der Stiftung Seelsorge einen QR-Code am Grab von Breuer auf dem katholischen Friedhof Hochstraße an, damit sich dort Interessenten über sein Wirken informieren können. Weitere QR-Codes im Stadtgebiet sollen folgen. An der Auer Schulstraße soll im April die Mauer des Pfarramtes mit einem Graffiti zu Breuer verziert werden. Marco Leckzut gestaltet es mit Schülern der Laurentiusschule.

Von der Bergischen Universität haben sich drei Studierende in Masterarbeiten mit dem Pädagogen und Christ auseinandergesetzt. Daraus entstand Unterrichtsmaterial für das vierte Schuljahr zu Breuer sowie die Idee eines sozialen Praktikums für Firmlinge. Überhaupt will Esther Dufner Lehrer zu außerschulischen Lernorten in Zusammenhang mit Breuer locken.

Die Fastenreden Herz Jesu befassen sich nächstes Jahr ebenso mit Breuer wie diverse Stadtführungen und Lesungen. Alle Termine sind auf der neuen Internetseite zu finden sowie in einem Flyer, der in den katholischen Kirchen ausliegt. Ermöglicht wurde das Programm vom Erzbistum Köln, der Jackstädt Stiftung, der Stadtsparkasse Wuppertal, der Stiftung Krankenhaus St. Josef, der Kardinal Meisner Stiftung und der Gesellschaft Parlament.