Katholische Kirche will im Postgebäude am Wuppertaler Kleeblatt einziehen

Immobilie : Katholische Kirche will in das Postgebäude am Kleeblatt ziehen

Nach einer Zusammenlegung der Kassenbehörden wird Platz für 110 Mitarbeiter benötigt. Wuppertal ist in der engeren Auswahl.

Die katholische Kirche will mit ihrer neuen regionalen Verwaltung in das ehemalige Postgebäude am Kleeblatt ziehen. Der Wuppertaler Standort ist einer von zwei möglichen Optionen in der engeren Auswahl. 110 Mitarbeiter sollen an dem neuen Standort tätig sein, Stadtdechant Bruno Kurth sagte der WZ im Gespräch: „Mein Interesse als Stadtdechant von Wuppertal ist es, diese Arbeitsplätze in der Stadt zu halten.“ Derzeit sitzt die katholische Kirchenverwaltung für das Bergische Land an der Friedrich-Ebert-Straße 22.

Aktuell gibt es für die Region noch drei sogenannte Rendanturen, eine in Düsseldorf, eine im Kreis Mettmann und eine in Wuppertal, die auch für Solingen und Remscheid zuständig ist. Nun wird ein zentraler Standort geschaffen, der für alle Gemeindeverbände zwischen Landeshauptstadt und dem Bergischen Städtedreieck zuständig sein wird. „Ende Oktober soll die Entscheidung über den Standort fallen“, sagt Kurth.

Die Suche nach einer geeigneten Fläche mit einer Größe von rund 2500 Quadratmetern laufe intensiv seit Frühjahr dieses Jahres. Gesucht wurde generell in allen Städten, doch habe sich gezeigt, dass Düsseldorf als Standort zu teuer sei oder geeignete Immobilien zu schwer zu bekommen sind. Eine Anfrage bei der Wirtschaftsförderung in Wuppertal ergab laut Kurth einen Rücklauf von vier Vorschlägen im Stadtgebiet. „Leider muss man sagen, dass das ein wenig dünn war“, sagt der Stadtdechant. Offenbar gebe es einen Mangel an geeigneten Büroflächen. Drei der Standorte - in Vohwinkel, im Luisenviertel und im Wuppertaler Norden - seien schnell ausgeschieden. Entweder hatte sich der Eigentümer anderweitig entschieden oder aber die Lage sprach dagegen. Kurth erinnert: „Unsere Mitarbeiter kommen ja aus Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und dem Bergischen Städtedreieck. Da ist eine verkehrsgünstige Lage unerlässlich.“

Gerade daher sei das Postgebäude, das der Clees-Gruppe gehört und eigentlich auch für Verkaufsfläche des Factory-Outlet-Centers genutzt werden sollte, so optimal für den Standort der Rendantur. Gleichzeitig prüft das zuständige Erzbistum Köln einen alternativen Standort in Erkrath.

Andreas Bergmann aus dem Kirchenvorstand der St.-Laurentius-Gemeinde fürchtet das Abwandern der Arbeitsplätze in den Kreis Mettmann und kritisiert die aus seiner Sicht fehlende Unterstützung der Wuppertaler Wirtschaftsförderung. „Es scheint hier kein Interesse an dieser Ansiedlung zu geben“, sagt Bergmann. Die Kommunikation habe zu Wünschen übrig gelassen. Über zu lange Phasen habe seitens der Stadt Wuppertal Funkstille geherrscht.

Wirtschaftsförderung versteht
Kritik an der Zusammenarbeit nicht

Rolf Volmerig, Chef der Wirtschaftsförderung, weist die Vorwürfe zurück. „Wir haben vier bis fünf Vorschläge geliefert und im Mai nochmal bei der katholischen Kirche nachgefragt. Da hieß es, dass der Entscheidungsprozess noch ansteht“, sagt Volmerig. Alle nötigen Kontakte seien hergestellt worden. Das sieht auch Bruno Kurth so. Er sagt: „Wir können uns über die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung nicht beschweren.“ Einzig und allein das fehlende Angebot von geeigneten Flächen habe dazu geführt, dass letztlich nur ein einziger Standort in Wuppertal in der engeren Auswahl steht.

Mit der Zusammenlegung der Rendanturen sei laut Kurth kein Personalabbau verbunden. Perspektivisch könnte es allerdings sein, dass Stellen in der Verwaltung ohne Kündigungen reduziert werden. Das habe jedoch nichts mit der Zusammenlegung zu tun, sondern sei ein Ausgleich dafür, dass jüngst neue Stellen für Verwaltungsleiter geschaffen wurden. Die künftige Rendantur soll auch neue Aufgaben übernehmen und über eine Fachabteilung Bau verfügen.

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