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Katholische Kirche segnet Wuppertaler Fahrradfahrer

Glaube : Kirche segnet Fahrradfahrer

Die gemeinsame Fahrt über die Nordbahntrasse von Wichlinghausen nach Vohwinkel musste in diesem Jahr aber ausfallen.

Normalerweise wären die Radler zu einer Wallfahrt über die Nordbahntrasse aufgebrochen, um an dem Fahrradgottesdienst teilzunehmen. Doch in Corona-Zeiten wurde auf die gemeinsame Anfahrt verzichtet und so versammelten sich eine kleinere Anzahl von rund einem Dutzend Teilnehmer vor der Radwegkirche St. Ludger in Vohwinkel. Sie beherbergt seit Februar 2019 die Ikone der Madonna del Ghisallo. Diese wurde eigens für die Kirche geschrieben – Ikonen werden nämlich nicht gemalt, sondern geschrieben.

In Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Empfängnis/St. Ludger und unterstützt von der Kardinal-Meisner-Stiftung wird St. Ludger am Ludgerweg zur Fahrradkirche umgewandelt. Dafür wird auch fleißig an der Infrastruktur gearbeitet. Eine E-Bike-Ladestation soll installiert werden, Corona hat zu Verzögerungen geführt. Eingeweiht wurde ein kleiner gepflasterter Platz vor der Kirche, denn sie soll den Radfahrern nicht nur die Möglichkeit der Einkehr bieten, sondern auch eine Möglichkeit der Rast geben. Neu ist auch die Glasscheibe hinter der die Ikone sicher und geborgen steht.

Am Ende des Ghisallo-Pass mit seiner bis zu 14 Prozent starken

Steigung befindet sich im 750 Meter hoch gelegenen Magreglio am Comer See eine 1623 erbaute Wallfahrtskapelle, die der Madonna del Ghisallo gewidmet ist. Hier war Zielankunft der Lombardei-Rundfahrt und des Giro d`Italia.

Viele erfolgreiche Radsportler pilgern seitdem zu der Kirche und hinterlegen dort zum Dank Trikots, Räder, Medaillen und Trophäen. Am 13. Oktober 1949 wurde die Madonna del Ghisallo von Papst Pius XII zur Schutzpatronin der Radfahrer erhoben.

Jeweils am Samstag nach dem Gedenktag zu Ehren der Madonna findet in St. Ludger der Fahrradgottesdienst statt, in diesem Jahr zum fünften Mal und unter Corona-Bedingungen, draußen mit Abstand und Mundschutz. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine hielt den Fahrradgottesdienst mit anschließender Segnung der Fahrer und ihrer Räder.

Mit St. Ludger am westlichen Ende und der Wichernkapelle am östlichen Ende der Nordbahntrasse ist auch die Kirche an diesem Verkehrsweg vertreten. Der Segen soll die Verkehrsteilnehmer an Verantwortung und Rücksichtnahme erinnern, Zuspruch und äußeres Zeichen soll die Verantwortung des Menschen für Welt und Umwelt begreifbar machen. Der Gottesdienst fand in Zusammenarbeit mit dem Projekt „pfarr-rad“ der Erzdiözese Köln statt.