Karfreitags-Prozession: Karfreitags-Prozession: 4000 begleiten Jesus zur Hardt

Karfreitags-Prozession : Karfreitags-Prozession: 4000 begleiten Jesus zur Hardt

Ein beeindruckendes Zeugnis tiefer Gläubigkeit ist Prozession der Missione Cattolica Italiana. Sie fand zum 37. Mal statt.

Wuppertal. Die katholische italienische Gemeinde in Wuppertal zeichnete in diesem Jahr zum 37. Mal den Leidensweg Christi nach. Unter dem Leitspruch „Wir verkündigen Deinen Tod, o Herr, um Deine Auferstehung zu verkünden“, der in Italienisch und Deutsch vor dem langen Prozessionszug hergetragen wurde, folgten Tausende, unter ihnen auch die überwiegend indischen „Barmherzigen Schwestern“ vom Orden der Franziskanerinnen, dem gefesselten Christus-Darsteller Calogero Gagliardi vom Deweerth’schen Garten bis zur Hardt.

Begleitet von dumpfem Trommelklang, zweisprachigen Choralgesängen und dem Oberbarmer Blasorchester zogen die sieben Stationen des Leidensweges auch unterwegs Tausende Gläubige und Zuschauer in ihren Bann. Der Verräterkuss des Judas und die dreimalige Verleugnung Jesu durch den angstvollen und später tief beschämten Petrus bildeten den Anfang, dem sich die Verurteilung durch Pontius Pilatus auf dem Laurentiusplatz anschloss.

Dem von seinen einstigen Anhängern verspotteten Christus wurde die Dornenkrone aufgesetzt und das Kreuz auferlegt, das er bis zur Hardt trug, ehe ihm Simon von Cyrene die Last von den Schultern nahm. Verrat, Verleugnung aus mangelndem Bekennermut, der Stimmungswechsel von „Hosianna“ am Palmsonntag zum „Kreuziget ihn“ am Karfreitag, aber auch das Simonsche Zeugnis der Barmherzigkeit oder die Standhaftigkeit der Frauen, die zu Jesus hielten, als die Jünger schon geflohen waren. Alles Szenen voller Symbolkraft, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Ebenso wie der Satz von Pilatus „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“

„Wir hatten uns immer mal vorgenommen, die Prozession zu begleiten. In diesem Jahr hat es zum ersten Mal geklappt“, meinte Zuschauer Detlef Rübsam, dem anzusehen war, dass ihn das Gesehene tief berührt hatte. „Ein wunderbares Schauspiel“, meinte er mit bewunderndem Blick auf den Kreuz tragenden Jesus. „Ich war von Anfang an dabei“, bekannte Ulrike Böttcher. „Die Kreuzigungsszene auf der Hardt geht mir immer wieder aufs Neue ans Herz“, so die gläubige Christin vor dem steilen Aufstieg auf die Hardtwiesen, wo Jesus zusammen mit zwei Sündern ans Kreuz geschlagen wurde.

Andächtig beobachtet von rund 4000 Besuchern. „Hier sieht man Menschen aus allen Nationen“, sagte Ulrike Böttcher und sah darin ein ermutigendes Symbol des Friedens. Neben den rund 60 Darstellerinnen und Darstellern war etwa die gleiche Anzahl an Helfern vom „Servizio Ordine“ mit roten Halstüchern und mobilen Absperrseilen im Einsatz. Der Kreuzigungsszene schloss sich ein Gottesdienst unter Leitung von Missionario Don Fernando Lorenzi an, dem Gemeindepfarrer. Drei Stunden dauerte die Prozession, in denen zahllose Handys und Smartphones die beeindruckenden Sequenzen der Prozession festhielten.