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Kapellmeister Johannes Pell verlässt Wuppertal im Sommer

Kultur : Kapellmeister Johannes Pell verlässt Wuppertal im Sommer

Der Nachwuchsdirigent des Jahres 2011 wird neuer Generalmusikdirektor zur Staatsoperette in Dresden.

Neben der Generalmusikdirektorin verlässt auch der Erste Kapellmeister die Wuppertaler Bühnen: Johannes Pell wechselt zum Beginn der Spielzeit 2020/21 als Generalmusikdirektor zur Staatsoperette nach Dresden. Das bestätigten die Wuppertaler Bühnen am Mittwoch auf WZ-Nachfrage. Wie berichtet, hört zum Ende der kommenden Spielzeit dann auch Generalmusikdirektorin Julia Jones auf. Während die Stelle von Jones bereits neu ausgeschrieben ist, soll auch für Pell in Kürze ein Nachfolger gesucht werden.

Pell war 2016 im zweiten Anlauf nach Wuppertal gewechselt. 2015 noch bei der Bewerbung um die Stelle des Generalmusikdirektors erfolglos, ließ er sich später vom Konzertmeister überreden, Kapellmeister zu werden. Der Nachwuchsdirigent des Jahres 2011 war zuvor unter anderem Erster Kapellmeister an der Oper Bonn gewesen und hatte Opern und Sinfoniekonzerte von Erfurt über Leipzig bis nach Wien dirigiert, darunter die deutsche Erstaufführung der Oper „Die Schatzinsel“ von Frank Schwemmer. In Wuppertal leitete Pell zahlreiche Sinfoniekonzerte und übernahm mit Julia Jones die musikalische Leitung in Opern wie Pucchinis „La Bohéme“.

„Wir bedauern, dass er uns verlässt – auch wenn wir seine Entscheidung natürlich sehr gut nachvollziehen können“, ließen Julia Jones und Opernintendant Berthold Schneider wissen. Viele Künstler im Haus hätten sich über eine weitere Zusammenarbeit mit Pell gefreut. „Wir wünschen ihm viel Erfolg bei seiner schönen, neuen Aufgabe.“ Wegen des coronabedingt eingestellten Spielbetriebs könne das Publikum ihn in Wuppertal leider nicht mehr auf der Bühne erleben.

„Sein Weggang ist für Wuppertal ein herber Verlust“, sagte Kulturdezernent Matthias Nocke. Er habe sich aber auch nicht der Illusion hingegeben, dass Pell dauerhaft in Wuppertal bleiben würde. Der Kapellmeister habe dazu beigetragen, dass die Qualität des Orchesters der Wuppertaler Bühnen gesteigert werden konnte, so Nocke. „Pell hat sich in die Herzen der Wuppertaler hineindirigiert“, hob der Kulturdezernent zudem mit Blick auf dessen Auftritte bei der B7-Eröffnung, dem Freiluftkonzert auf dem Laurentiusplatz oder der Saisoneröffnung der Bühnen hervor.

„Er hat mit seinem Wiener Charme auch bei schweren Themen Leichtigkeit erzeugt“, lobte Peter H. Vaupel, Vorsitzender der Freunde der Wuppertaler Bühnen und des Sinfonieorchesters. Vaupel hob zudem die gute Zusammenarbeit hervor. „Wenn wir einen Wunsch hatten, dann war er sehr aufgeschlossen dafür“, so Vaupel. Zum Beispiel habe er das Orchester beim Theaterball spielen lassen. „Dabei spielt ein A-Orchester sonst nicht zum Tanz“, so Vaupel. Er hofft nun auf Synergien bei den beiden Stellenausschreibungen: „Vielleicht wird ja ein Probedirigent Erster Kapellmeister.“ Es wäre nicht das erste Mal.